HEIK AFHELDT trifft… : Netzwerker Jürgen Simmer

Den 15. Geburtstag hat er gerade gefeiert – mit mehreren hundert Gästen, einem Ministerpräsidenten, Gratulationsreden und einem Vortrag des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos zur Zukunft der Region Berlin-Brandenburg. Ein echter Jürgen Simmer, diese Geburtstagsfeier. Aber nicht er war der Gefeierte, sondern eines seiner zahlreichen „Kinder“: das Wirtschafts-Presse-Forum Brandenburg.

Mit dieser Institution, die der importierte Wessi 1992, als er Stellvertretender Regierungssprecher des Landes Brandenburg war, quasi als Pressestammtisch ins Leben gerufen hat, dreht der eloquente und witzige Jurist und bekennende Liberale heute ein wichtiges Rad in der Wirtschaftsförderung. Ob der von Tausenden besuchte jährliche Brandenburgische Sommerabend im Krongut Bornstedt, die fröhlichen Golfturniere oder Exkursionen mit Unternehmern: Immer gelingt es dem begnadeten Kommunikator und Redner das Interesse für „die Sache“ zu wecken. Ein Motto von ihm lautet: „Man soll die Lebensfreude nicht verkommen lassen.“ Überraschend für einen Wuppertaler Jung, Einzelkind aus kleinbürgerlichem Hause mit einer häufig kranken Mutter. Engagiert hat er sich schon früh: als Klassensprecher, als Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr und während des Jurastudiums in München und Bochum. Sein politisches Leben begann mit einem Anruf Genschers: Der Politiker wollte Simmer als Abgeordneten-Assistenten in Bonn. Schon vorher war Simmer für Genscher in dessen Wahlkreis aktiv gewesen. Fünf Jahre später klingelte es wieder bei ihm. Am anderen Ende Achim Rohde. Simmer wurde Leiter des FDP-Fraktionsbüros im Landtag in Düsseldorf.

Nach der Wende ging es dann mit der „Patenschaft“ des Landes NRW für Brandenburg nach Potsdam, zunächst als Stellvertretender Regierungssprecher des Landes. 1995 wechselte er zur Landesentwicklungsgesellschaft für Städtebau, Wohnen und Verkehr (LEG). Fünf Jahre später wurde er Berlin-Vertreter der Babcock-Borsig AG, zuletzt als selbständiger Berater auch für deren „Reste“ nach der Insolvenz. 2004 holte ihn der neue Wirtschaftsminister Junghanns nochmals zurück in den Staatsdienst – als Spezialist für Standortmarketing und Unternehmensansiedlung.

Heute fühlt sich Jürgen Simmer als Leiter der Abteilung Politik beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zurück in Berlin bestens eingesetzt, wohl und sicher. Auch 2017 sieht er sich noch dort. Seine vielen Fäden pflegt und spinnt er weiter vom Büro in der Friedrichstraße, bei der Hauptstadtinitiative Berlin und immer wieder auch auf den Golfplätzen. Das ist der notwendige Ausgleich für die vielen Abende und Wochenenden, die der fröhlich-ernsthafte Netzeknüpfer für seine Jobs einsetzt. Doch gerade diese Emsigkeit zeichnet den großen Sympathieträger aus. Sein zweites Motto: „Die erste hilfreiche Hand ist am Ende deines eigenen Armes“. Das gilt natürlich auch beim Golf.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegel

Jürgen Simmer (52) ist der Präsident des Wirtschafts-Presse-Forums Brandenburg und Leiter der Abteilung Politik beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer in Berlin (GDV).

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