Heik Afheldt trifft… : Pharma-Anwältin Cornelia Yzer

Heik Afheldt hat Cornelia Yzer getroffen, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesforschungsministeriums.

Aus den Fenstern ihres geräumigen Büros am Hausvogteiplatz sieht man die höchsten Kuppeln der Stadt, den Dom, die Synagoge und auch den Fernsehturm. Diese intelligente, beredte und elegante Juristin aus dem Sauerland ist selber auch gerne an der Spitze, um Dinge zu bewegen. Macht macht ihr Spaß. Aber sie hat ihre beeindruckende Karriere nicht systematisch geplant, nur die Chancen ergriffen. Mit nur 31 Jahren war sie Parlamentarische Staatssekretärin, erst bei Angela Merkel und dann beim Forschungsminister Jürgen Rüttgers.

Schon als Schülerin in Lüdenscheid wirkte sie – siebzehn Jahr, blondes Haar – im Vorstand der Jungen Union in NRW und landete mit 26 im CDU-Landesvorstand. In der Politik ist der „Anlauf“, um etwas zu bewirken, viel kürzer als in der Wirtschaft. Zielen kann sie übrigens auch. Sie hat früh ihren Jagdschein gemacht. Der Vater war Jäger.

Ihre Kindheit und Jugend hat die Tochter eines Bauunternehmers in schöner Erinnerung. Ihr Abitur bestand sie glänzend. Nach dem frühen Herztod ihres Vaters wurde die Firma verkauft, und statt Bauingenieur studierte sie in Bochum und Münster Wirtschaft und Recht. 1990 war sie schon Anwältin und Mitglied im Deutschen Bundestag, wo sie zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiterin aktiv war.

Von 1989 bis 1997 – ab ’92 beurlaubt – weist ihr Lebenslauf sie als Leitende Mitarbeiterin bei Bayer in Leverkusen aus, eine frühe Weiche für ihr heutiges Amt? Das übt sie nun schon seit elf Jahren mit Freude und viel Anerkennung aus, an der Spitze des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, einer der innovativsten und für die Menschen so wichtigen Branche. Mit dem Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft folgte sie konsequent ihrem Credo, ein reines Berufspolitiker-Dasein sei weder für die Politik selbst noch für die Gesellschaft gut. Und dass sie mit ihrem Team zur großen Schar der Lobbyisten in der Hauptstadt zählt, geniert sie kein bisschen. Interessenvertretung und Politikberatung sei eine bessere Beschreibung. Die Forderungen nach mehr Transparenz findet sie völlig in Ordnung.

Mit ihren 56 hoch qualifizierten Mitarbeitern und einer Industrie im Rücken, die in Deutschland gut 20 Milliarden Euro umsetzt, hat sie drei wichtige Ziele vor Augen: Das Gesundheitswesen nachhaltig – demografiefest und innovationsfreundlich – finanzierbar zu machen, mehr Wettbewerb um gute Leistungen zuzulassen und den Patienten mehr Mitbestimmung und Wahlfreiheit zu eröffnen. Sie weiß, ein wie hartes Brett sie da noch bohren muss. Und das versucht sie mit einer dichten Anzahl von Gutachten, Veranstaltungen und Stellungnahmen.

Einen richtigen Plan für ihr eigenes weiteres Leben hat die Mutter einer siebenjährigen Tochter nicht. Sie sind erst kürzlich in ein Haus nach Schmargendorf gezogen. Ihre Mutter ist auch Tagesmutter – und erlaubt der begnadeten „Strippenzieherin“ so, auch ihre zahlreichen Pflichten auf internationaler Ebene wahrzunehmen.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegel

Cornelia Yzer (47) ist Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesforschungsministeriums.

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