HEIK AFHELDT trifft … : Versicherer Klaus-Jürgen Meier

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Foto: Thilo Rückeis

Eine gute Adresse – Kurfürstendamm 150! Im Erdgeschoss die erste Berliner Allianz-Bank. Oben unter dem Dach in einem modernen Ambiente arbeiten die meisten der 20 Angestellten der größten Berliner Generalvertretung der Allianz. Und dort, im 6. Stock des ehrwürdigen Hauses, überblickt auch Klaus-Jürgen Meier die Geschäfte und die halbe Stadt.

Unprätentiös, mit offenem rosa Hemd und offenem Blick, ernsthaft und doch verschmitzt erzählt er aus seinem 52-jährigen Leben. Geboren und aufgewachsen ist er in der Nähe von Amberg im Zonenrandgebiet. Seine Mutter war Bezirksvertreterin für Avon-Kosmetik. Aus dem Sohn sollte mal was „Richtiges werden“. Deshalb steckten sie den „lebenslustigen Schüler“ in ein Internat nach Passau – ohne Englisch, wie er noch heute bedauert. Nach dem qualifizierten Hauptschulabschluss dort begann seine Lehre als Elektroniker bei Siemens – wieder in Amberg. Energieanlagen und Schaltwerke verkauften die damals von dort weltweit.

Das reizte den jungen Mann, aber das Werk geriet 1976 in die Krise. Bei Siemens in Berlin dagegen suchte man junge Leute. Man flog sie hin und er verpflichtete sich für zwei Jahre. Das ersparte ihm auch den „Bund“. Aber dem wohlerzogenen und ehrgeizigen Oberpfälzer missfiel die „Füße auf den Tisch“-Mentalität der Mitarbeiter, wie übrigens manches an der „verlotterten Stadt“. Also hat er den Job hingeworfen und aus seinem bisherigen Nebenberuf, Versicherungen zu verkaufen, seine Zukunft gebaut. 1980 gründete er die Agentur mit einem Büro an der Ecke Reichsstraße/Spandauer Damm. Die Geschäfte liefen prima. „Berliner lieben Bayern“, lacht der hochgewachsene, sportliche Mann. Aber das genüge nicht.

Seriosität sei entscheidend, und „immer beim Kunden zu sein“. Der Schaden sagt er, holt dich immer ein – und dann kommt es auf guten Service an, bei den Privatkunden ebenso wie bei den Firmenkunden. Mit diesem Rezept ist er mit seinen zwei Partnern heute die größte Agentur im Gebiet der neuen Bundesländer geworden. Große Firmen wie Gegenbauer oder Solon zählen zu ihren Kunden. Mit ihren Spezialisten müssen sie die neu entstehenden Risiken, etwa bei der Versicherung von Solaranlagen, evaluieren.

Neu ist für sie auch ihre Tochter, die Allianz-Bank. Nach dem missglückten Abenteuer der Allianz mit der Dresdner Bank sieht Meier hier große Chancen. Sie sind die Ersten, die diesen neuen Start im Banking für den Konzern getestet haben.

Neben dem Geschäft engagiert sich der stets ergebnisorientierte Mann im VBKI, im Sporting Club Berlin, bei Lions und als Vorstandsvorsitzender der AG City. Ihr Ziel dort: die einmalige Mischung von Wohnen, Handel und Gewerbe in den attraktiven Gebäuden und Straßen rund um den Ku’damm zu revitalisieren. Auch hier gilt sein Motto: „Etwas bewegen, aber nicht selber auf der Bühne stehen.“

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

Klaus-Jürgen Meier (52) ist Gesellschafter der Roskos & Meier OHG Berlin und der Allianz-Bank sowie

ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft City.

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