HEIK AFHELDT trifft … : Wellness-Manager Michael Hapka

Michael Hapka ist General Manager des Wellnessunternehmens Aspria Berlin GmbH. Der Diplom- Kaufmann und Hotelfachmann stammt aus Braunschweig.

Schon der hohe, moderne, lichte Empfang in der Karlsruher Straße lässt einen sich besser fühlen. Freundliche Gesichter und warme Farben rundherum, ein leuchtender Bambuswald als Fahrstuhldecke. Da passt dieser sportlich gebräunte drahtige Manager mit offenem Hemd, seinem feinem Anzug, dem schmalen Kopf und den klaren Ansagen ideal in dieses Haus.

Als kaum konjunkturanfälligen Zukunftsmarkt sieht er „Wellness und Gesundheit“. 2009 haben sie wieder Erweiterungen und Ausbauten vor – und denken intensiv über ein zweites Aspria-Haus in Mitte oder im Osten Berlins nach.

Seit der Eröffnung im September 2003 gibt der Braunschweiger Jung, Hotelfachmann und Diplom-Kaufmann hier nun schon den Takt an. Auf 12 000 Quadratmetern, vier Etagen, einer großen Dachterrasse und einer Sporthalle ertüchtigen sich die 6000 Mitglieder und 1000 Kinder zu Wasser, zu Lande und an diversen Geräten. 70 feste und 70 freie Mitarbeiter umsorgen und beköstigen die Clubmitglieder. Ihr Durchschnittsalter ist 45, der Älteste zählt 92 Jahre. Ein breites Angebot von Kursen von Pilates bis Tanzen steht allen zur Verfügung. Dafür zahlen sie 121 Euro im Monat. Ähnliche Clubs betreibt oder baut die britische Gesellschaft in Brüssel, Hamburg und Hannover. 26 Millionen Euro stecken alleine in Berlin im Bau und der noblen Einrichtung.

Die attraktive Seitenlage zum Ku’damm bringt günstige Mietkosten. Aber die Kosten für Wasser und Strom schlagen mit rund 400 000 Euro kräftig und immer kräftiger zu Buche.

Sechs Jahre führt der zweifache Vater – seine Frau ist Maskenbildnerin, 1992 haben sie auf Kuba geheiratet – nun schon diesen eindrucksvollen Gesundheitstempel. Das ist bemerkenswert. Bisher gab es „alle drei bis vier Jahre eine radikale Wende“ in seinem beruflichen Leben. Mit Frank Hellberg hat er bis 2002 die Air Service Berlin erfolgreich in die Höhe gebracht, mit Rosinenbomber, Wasserflugzeug, Verkehrsüberwachung, Hubschrauberdiensten und dem High-Flyer am Potsdamer Platz. Unvergessen die bürokratischen Hürden vor der Zulassung des Ballons „als bemanntes Luftfahrtgerät mit Passagierkapazität bis zu 30 Personen“.

Davor hat er als Projektmanager Ladeneinrichtungen etwa für Tchibo, Mercedes oder E-Plus konzipiert und realisiert und „Events“ und Messeauftritte zum Thema Luftfahrt entwickelt. Das begann schon während seines Studiums. Seine Entscheidung für das Hotelfach – sein Start im Berliner Hotel Seehof – war das Ergebnis seiner großen Berlin-Begeisterung und der Einsicht, dass er als Schlagzeuger keine große Zukunft haben würde. Die Stadt hat der Berlin-Fan schon kreuz und quer „bewohnt“. Heute genießt die Familie eine schöne Altbauwohnung am Treptower Park, „fast im Zentrum der Stadt“, wie der stolze junge Vater meint. Die Karibik kann er sich allenfalls als Alterssitz vorstellen.

Im Aspria werden übrigens schon Babys ab vier Wochen umhegt, damit die Eltern möglichst schnell wieder für „das Leben danach“ fit werden.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegels.


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