Herlitz : Zahlen schreiben mit roter Tinte

Der Berliner Büroartikelhersteller Herlitz schreibt weiter rote Zahlen. Der Konzern macht 1,3 Millionen Euro Verlust – und hofft auf Pelikan.

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BerlinDer Berliner Büroartikelhersteller Herlitz erzielte im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,3 Millionen Euro. Zwar konnte Herlitz vor Steuern einen Gewinn von 0,7 Millionen Euro verbuchen. Abschreibungen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro hoben dies jedoch wieder auf. „Durch den geplanten Einstieg von Pelikan musste im Jahr 2009 der Bestand an aktiven latenten Steuern komplett abgeschrieben werden“, hieß es im Konzern. Dies habe einen positiven Geschäftsabschluss im Jahr 2009 verhindert. Auch die Umsätze des Konzerns gingen im vergangenen Jahr von rund 302 Millionen auf rund 259 Millionen Euro zurück. Dies führt Herlitz unter anderem auf die schwache Konjunktur zurück.

Seit vergangenem Freitag gehört Herlitz offiziell dem Konkurrenten Pelikan International, der 65,99 Prozent der Herlitz-Aktien übernommen hat. Das 1904 in Berlin gegründete Unternehmen hatte 2002 Insolvenz anmelden müssen und nur dank eines Forderungsverzichts der Gläubiger gerettet und saniert werden können. 2005 war zunächst der Finanzinvestor Advent International eingestiegen, der nun die Anteile an Pelikan verkauft hat. Und auch Pelikan ist nicht mehr in deutscher Hand: Seit 1996 hält der Malaysier Hooi Keat Loo die Aktienmehrheit an dem Traditionsunternehmen aus Hannover. Mitte März dieses Jahres hatte das Bundeskartellamt die Übernahme von Herlitz durch Pelikan abschließend genehmigt.

In diesem Jahr will sich Herlitz noch stärker international ausrichten. Die Zusammenarbeit mit Pelikan werde „die strategische Möglichkeit beinhalten, zwei starke Marken im Schul- und Bürobedarfsmarkt gemeinsam zu entwickeln und noch stärker zu internationalisieren“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Die daraus entstehenden Wachstumsperspektiven seien für beide Unternehmen eine große Chance. „Außerdem konnte die mittel- bis langfristige Finanzierung des Konzerns durch neue Vereinbarungen mit den Hausbanken abgesichert werden“, teilte das Unternehmen mit.

Herlitz stellt Papier-, Büro- und Schreibwaren her. Neben der Eigenmarke vertreibt der Konzern noch Produkte unter den Namen „Falken“ und „Susy Card“. Herlitz hat elf Auslandstöchter und produziert in Brandenburg, Polen, Rumänien und Großbritannien. Durch die Restrukturierung des Konzerns und die Trennung von Geschäftsfeldern sank die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr weiter von rund 2300 auf knapp 1900. Auch in Brandenburg, wo das Unternehmen Standorte in Peitz und in Falkensee betreibt, wurden Arbeitsplätze abgebaut. Genaue Zahlen dazu konnte die Berliner Herlitz-Zentrale jedoch nicht nennen.

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