ILA : Die Flugschau kann beginnen

Noch nie kamen so viele Aussteller zur ILA. Gezeigt werden mehr als 300 Fluggeräte, darunter der A 380, der Eurofighter und eine indische Hubschrauberstaffel. Klaus Wowereit und Matthias Platzeck bitten die Anwohner in der Nähe von Schönefeld um Nachsicht.

Juliane Schäuble
A380
Heute beginnt die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin. Airbus' Riesenjet A 380 ist schon gelandet. -Foto: dpa

Der Regierende Bürgermeister versuchte es mit Humor. „Einige der Bürger haben schon gemerkt, dass die ILA losgeht“, sagte Klaus Wowereit am Montag, einen Tag vor Beginn der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Am Wochenende hatte es wie berichtet Ärger um die Probeflüge der Luftwaffe vor Beginn der Messe gegeben. Wowereit appellierte ebenso wie der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) an die Bewohner der nahe des Flughafens Schönefeld gelegenen Gemeinden, nachsichtig zu sein. „Nicht jede Lärmbelastung lässt sich vermeiden“, sagte Platzeck. Die Bürger sollten aber auch die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Flugschau berücksichtigen.

Von diesem Dienstag an trifft sich die Luftfahrtbranche auf dem Südgelände des Flughafens Schönefeld. Bis Sonntag werden 1127 Aussteller aus 37 Ländern aktuelle und zukünftige Projekte vorstellen. Ein Jahr vor dem hundertjährigen Jubiläum der ILA gebe es damit eine Rekordbeteiligung, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Thomas Enders. Vor zwei Jahren hatten sich 1014 Unternehmen und Institutionen aus 42 Ländern beteiligt. „Die häufig totgesagte ILA entwickelt sich prächtig weiter“, sagte Enders. „Und das trotz wachsender Konkurrenz vor allem aus dem asiatischen Raum.“ Die ILA sei „einer der wichtigsten Branchentreffs des Jahres“. Erfreulich sei auch, dass das diesjährige Partnerland Indien mit 15 Unternehmen vertreten sei.

Die Luft- und Raumfahrtindustrie sei immer noch eine der am stärksten wachsenden Branchen in Deutschland, sagte der BDLI-Präsident weiter. Gegen den Trend schaffe sie Arbeitsplätze: Die Zahl der Beschäftigten sei 2007 um 3,2 Prozent auf 88.000 gestiegen. „Und im vergangenen Jahr wurde erstmals die Schallmauer von 20 Milliarden Euro Umsatz durchbrochen.“ Auch für die ILA rechnet Enders mit „einigen interessanten Geschäftsabschlüssen“.

Allerdings seien auch einige dunkle Wolken am Horizont zu sehen. Dazu gehöre der hohe Ölpreis, die wirtschaftlich schwierige Lage in den USA sowie die Dollarschwäche, die die Industrie belaste. Eine Prognose, ob das Ende des weltweiten Luftfahrtbooms abzusehen sei, wollte Enders nicht wagen. „Aber wir nehmen das sehr ernst.“

Der BDLI-Präsident, der auch Chef des Flugzeugbauers Airbus ist, zeigte sich erfreut darüber, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Ausstellung am heutigen Dienstag um 12.30 Uhr eröffnen wird. „Die ILA ist inzwischen auch für die Politik eine feste Größe geworden“, sagte Enders. Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit allerdings wird, anders als sein Amtskollege Matthias Platzeck, der Eröffnung fern bleiben. Zur Begründung verwies Wowereit auf die wöchentliche Senatssitzung. Dort steht heute die Grundsanierung des Kongresszentrums ICC auf der Tagesordnung.

Da in diesem Jahr die ganz großen Neuheiten fehlen – bei der letzten ILA wurde etwa der weltgrößte Passagierjet, der Airbus A 380, das erste Mal präsentiert –, rechnen die Veranstalter nicht mit den 260.000 Besuchern von vor zwei Jahren. In diesem Jahr sollen es nur etwas mehr als 200.000 Besucher sein, davon die Hälfte Fachpublikum. Gezeigt werden mehr als 300 Fluggeräte, darunter der A 380, der Eurofighter sowie eine indische Hubschrauberstaffel.

Für das Publikum ist die ILA ab Freitag drei Tage lang geöffnet. Die Tageskarte kostet 17 Euro, ermäßigt elf Euro.

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