Informationswirtschaft : Kommunikation ist alles

Harald Wolf präsentiert Zahlen zur Berliner Kreativwirtschaft – und ein Internetportal zur Vernetzung von Kunst und Unternehmen.

Frederik Hanssen
Herzig
Herzig. Beim "Underground Catwalk" der Modeszene entdeckt ein Model seine Liebe zu einem Plüschpudel. -Foto: dpa

Berlin - Bestens gelaunt präsentierte der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf am Montag im Podewilschen Palais in Mitte die neuesten Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der hauptstädtischen Kreativ-, Informations- und Kommunikationswirtschaft. In den Jahren 2000 bis 2005 hat sich die Zahl der Unternehmen im „Wirtschaftscluster Kommunikation“ um 19 Prozent erhöht. Damit liegt Berlin nicht nur deutlich über dem Bundesdurchschnitt von drei Prozent, die Stadt konnte sich auch im nationalen Vergleich der Standorte auf den zweiten Platz hinter Spitzenreiter München vorarbeiten.

Wolf bezeichnete den „Cluster Kommunikation“ darum auch als ein „Schwerpunktfeld der Berliner Wirtschaft“. Die neuen Daten hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Berliner Wirtschaftsverwaltung auf der Grundlage von Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, der Umsatzsteuerstatistik sowie einer Umfrage bei 25 000 Unternehmen im Dezember 2006 erarbeitet.

Die 24 367 steuerpflichtigen Unternehmen im „Cluster Kommunikation“ konnten 2005 einen Umsatz von 20,68 Milliarden Euro erwirtschaften. Das entspricht einer Steigerung um 22,1 Prozent seit dem Jahr 2000 (Bundesdurchschnitt: zehn Prozent). Dennoch sank die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Angestellten in dem Zeitraum um fast elf Prozent. Wolf erklärte dies mit den besonderen Produktionsbedingungen des Sektors: Weil hier häufig nur projektweise gearbeitet wird und viele Kreative ein flexibles Arbeitsverhältnis bevorzugen, sei der Anteil der freien Mitarbeiter und Selbständigen 2005 auf rund 13 000 Personen angestiegen. Das entspricht einem Anteil von rund 39 Prozent. Sieben Prozent machen geringfügig Beschäftigte aus, nur 54 Prozent haben eine Festanstellung. Angesichts des Verschwindens traditioneller Unternehmensstrukturen stellt Wolf die Frage, ob nicht künftig für den „Cluster Kommunikation“ neue Formen der Wirtschaftsförderung entwickelt werden müssten.

Als Gemeinschaftsprojekt mit der Berliner Kulturverwaltung präsentierte Wolf am Montag ein neues Internetportal, www.creative-city-berlin.de, das zur Community-Plattform der hauptstädtischen Kreativwirtschaft werden soll. Für die Vernetzung von Kulturschaffenden und Unternehmen sei dieses Projekt wegweisend, betonte Kulturstaatssekretär André Schmitz. Das Portal wird in den kommenden fünf Jahren von der „Kulturprojekte Berlin GmbH“ betreut. Wolf appellierte an alle noch nicht gelisteten Unternehmen und Institutionen, sich dem Netzwerk anzuschließen.

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