Landesbank Berlin : LBB in US-Hypothekenkreditkrise "nicht engagiert"

Die Landesbank Berlin hat ihre Geschäftsprognose trotz der weltweiten Finanzkrise für das laufende Jahr bekräftigt. Von den unsicheren Geschäften mit Immobilienkrediten in den USA hat sich die Bank nach eigenen Angaben ferngehalten.

Das Institut liege "gut auf Kurs", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter auf der Jahreshauptversammlung. Die Bank sei im Markt zweitklassiger US-Hypothekenkredite "nicht engagiert". Geplatzte Kredite dieser Art hatten die Krise ausgelöst und die internationalen Finanzmärkte verunsichert.

Vetter sagte auf Nachfrage eines Aktionärs, Anzeichen für Risiken in diesem Sektor seien von der Landesbank frühzeitig erkannt worden. Vom Geschäft mit zweitklassigen Immobilienkrediten "haben wir uns bewusst ferngehalten und uns nicht beteiligt". Mit riskanten Immobiliengeschäften im Inland hatte sich die damalige Bankgesellschaft im Jahr 2001 an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Milliardenhilfen des Landes Berlin retteten das Institut damals. Als Spätfolge wurde im Juni der 81-prozentige Anteil des Landes Berlin für 5,3 Milliarden Euro an eine Gesellschaft der deutschen Sparkassen verkauft.

Aktionäre verärgert über Höhe der Dividende

Erklärtes Ziel der Landesbank (LBB) ist es, das Vorsteuerergebnis ohne Sondererträge des vergangenen Jahres von 280 Millionen Euro zu übertreffen. Der Konzernüberschuss 2006 lag bei 685 Millionen Euro, dazu trug maßgeblich der Verkauf der Berliner Bank für 438 Millionen Euro bei. Im ersten Halbjahr 2007 erwirtschaftete die Landesbank ein Ergebnis vor Steuern von 234 Millionen Euro.

Für 2006 soll erstmals seit 1999 wieder eine Dividende gezahlt werden - in der Summe 60 Millionen Euro. Kleinanleger und Aktionärsschützer kritisierten die Höhe von 6 Cent pro Aktie als viel zu gering angesichts erlittener Kursverluste und sieben Jahren ohne Dividende. Ebenso hielten sie das Angebot der Sparkassen-Finanzgruppe, die Aktien der Minderheitsaktionäre für 6,81 Euro pro Stück zu übernehmen, für unzureichend.

Aufsichtsrat wird ausgetauscht

Vorstandschef Vetter sagte vor rund 1000 Anteilseignern, es gebe "keine konkreten Pläne", die Minderheitsaktionäre aus der LBB per Zwangsverfahren (Squeeze-out) herauszudrängen. Dies wäre möglich, wenn die Sparkassengruppe mindestens 95 Prozent der Aktien besäße. Derzeit sind es 91,6 Prozent, im Streubesitz befinden sich 8,4 Prozent.

LBB-Aufsichtsratschef Klaus Adam und neun andere Aufsichtsratsmitglieder wollen Ende August ihre Ämter zur Verfügung stellen. Sie sollen durch Vertreter der Sparkassen ersetzt werden. An die Spitze des Kontrollgremiums soll der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, rücken. (mit dpa)

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