LEHRSTELLENBÖRSE : Heute gesucht: Goldverformer

Gemeinsam mit dem Online-Portal meinestadt.de hat der Tagesspiegel die Aktion "Lehrstellenbörse – Perspektive Jugend" gestartet: Zweimal wöchentlich porträtieren wir Firmen, die Ausbildungsplätze zu vergeben haben.

Jeden Tag Platin, Gold und Silber in der Hand halten – dafür muss man entweder reich oder Goldschmied sein. Einen oder eine Auszubildende(n) zu letzterem sucht die Goldschmiede Danilo in Wilmersdorf. „Der Bewerber muss handwerklich und künstlerisch begabt sein“, sagt Inhaberin Ilona Karg. Das Geschick muss er bereits bei einem Probetag beweisen. Außerdem muss er ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren, das aber auf die Ausbildungszeit angerechnet wird.

„Bei uns kommt es auf Genauigkeit und Sauberkeit und viel Geduld an“, sagt Karg. Die meist wertvollen Stücke müssen sorgsam behandelt werden. Viele Kunden kommen in die Schmiede, in der Karg mit zwei Gesellen und einer weiteren Auszubildenden arbeitet, und wollen alte Gegenstände repariert haben. Wenn die goldene Uhr der Oma zum Beispiel ein kaputtes Scharnier hat, dürfen die Auszubildenden zwar noch nicht im ersten Lehrjahr ran. Aber im dritten schon. „Dann ist Fingerspitzengefühl gefragt“, sagt Karg. Neben dem Materialwert hängt schließlich auch ein wenig Sentimentalität daran.

„Auf die Wertmetalle werden sie aber bereits nach vier Wochen losgelassen“, kündigt sie an. Der Respekt vor dem teuren Material lege sich recht schnell. Nach eigenen Entwürfen oder Kundenangaben müssen die Auszubildenden neue Schmuckstücke fertigen. Das Material ist teuer und die Ausbildung aufwändig. Deswegen dauert sie dreieinhalb Jahre; das Gehalt ist im ersten Lehrjahr mit 165 Euro ziemlich niedrig. Bewerber sollen Kunstunterricht und Mittlere Reife nachweisen können und volljährig sein. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 862 33 03.

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