Medizintechnik : Rekorde bei Eckert & Ziegler

Der Medizintechnikkonzern Eckert & Ziegler aus Berlin wächst stetig durch den Kauf kleinerer Konkurrenten. Im laufenden Jahr muss sich das erfolgsverwöhnte Unternehmen aber mit weniger Wachstum zufrieden geben.

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Berlin - Andreas Eckert verkündete am Dienstag Rekorde. Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG legte trotz Krise positive Zahlen für 2009 vor: Der Umsatz stieg um 42 Prozent auf 101 Millionen Euro, der Gewinn mit Sondereffekten verdreifachte sich auf 13,3 Millionen Euro. „Der Konzern hat damit seine Umsätze in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt“, sagte Eckert.

Die Rekorde hat das Berliner Unternehmen mit 520 Mitarbeitern, das unter anderem Geräte für die Krebstherapie herstellt, auch geschickter Aquisition zu verdanken: Das starke Umsatzwachstum sei wesentlich mit dem Zukauf des Wettbewerbers Nuclitec zu begründen, hieß es. Anfang 2009 hatte Eckert & Ziegler das Braunschweiger Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern übernommen. Am stärksten wirkte sich der Zukauf auf die Unternehmensbereiche Industrie und Radiopharmazie aus. Im Bereich Industrie, der die Herstellung radioaktiver Komponenten aber auch Entsorgung radioaktiver Stoffe umfasst, stiegen die Umsätze 2009 um 74 Prozent auf 51,7 Millionen Euro. Im Segment Radiopharmazie, das sich auf Diagnostik durch Nukelarmedizin konzentriert, wuchsen die Umsätze von 14,7 auf 19,4 Millionen Euro. Der Bereich Therapie erreichte im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 12 Prozent auf 30 Millionen Euro.

Eckert & Ziegler will auch künftig kleinere Betriebe aufkaufen. Zudem will sich das Unternehmen neu aufstellen. Die Entsorgung radioaktiver Materialien wird aus dem Bereich Industrie gelöst und als eigenes Segment geführt. „Wir sehen bei den Umweltdiensten einen erheblichen Anstieg der Nachfrage, besonders im Zusammenhang mit Konrad“, sagte Eckert. Der Schacht Konrad, ein ehemaliges Eisenerzbergwerk in Salzgitter, wird derzeit zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle umgerüstet und soll 2014 in Betrieb genommen werden.

Eckert präsentierte zwar einen positiven Ausblick für 2010: Um „mindestens zehn Prozent“ werde das Geschäft wachsen, sagte er. Aber im Vergleich mit den vergangenen Jahren wäre das ein Rückschlag. Seit 2004 sind die Umsätze von Eckert & Ziegler jährlich im Schnitt um 25 Prozent gestiegen.

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