Mitmachaktion : Klimaschutz persönlich genommen

Die ungleichen Partner vom „Stadtvertrag Klimaschutz“ haben sich zu ihrer ersten Kampagne zusammengetan: Auf dem gemeinsamen Internetauftritt des Bündnisses aus IHK, Handwerkskammer, Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) und dem Umweltverband BUND gibt es eine Mitmachaktion für Berliner.

Stefan Jacobs

Die ungleichen Partner vom „Stadtvertrag Klimaschutz“ haben sich zu ihrer ersten Kampagne zusammengetan: Seit Dienstag ist auf dem gemeinsamen Internetauftritt des Bündnisses aus IHK, Handwerkskammer, Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) und dem Umweltverband BUND eine Mitmachfunktion eingerichtet. Über die sollen möglichst viele Berliner ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz kundtun nach dem Motto: „Tue Gutes, rede darüber und begeistere andere.“ Zur Unterstützung der Aktion lässt der Außenwerber Ströer, der das Klimabündnis gemeinsam mit der Gasag sponsort, rund 500 Plakate kleben.

Die aktuelle, von „Eisbären“-Stürmer Steve Walker symbolisch eröffnete Kampagne soll in den kommenden Monaten mit verschiedenen Aspekten fortgesetzt werden: Aufs Thema Mobilität sollen Heizung, Warmwasser und Strom folgen – allesamt große Posten in der CO2-Bilanz eines Durchschnitts-Berliners. Und zwar sowohl in der persönlichen als auch in der dienstlichen. Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, berichtete vom Spritspartraining, zu dem der Fuhrparkbetreuer probehalber geschickt wurde. Der Erfolg – deutlich weniger Verbrauch ohne eine Sekunde Zeitverlust – sei so offenkundig, dass bald auch die anderen 40 Beschäftigten der Kammer, die Zugriff auf Dienstwagen haben, geschult werden sollen.

Während Wittke auf der Habenseite auch einen abschließbaren Fahrradparkplatz nannte, trumpfte DGB-Landesvizechefin Doro Zinke beim Pressetermin im Ludwig-Erhard-Haus mit kompletter Ökoausstattung auf: Nacheinander förderte sie aus ihrer Tasche eine Bahn Card 50, ein Monatsticket sowie Fahrradhelm plus Signalweste zutage. Im Übrigen „nehme ich an, dass der Dresscode in dieser Stadt sich weiter versachlichen wird“ – und Radelklamotten salonfähig werden.

Mit der vorbildlichen Gewerkschafterin konnte selbst Arne Koerdt vom BUND nicht mithalten. Er beließ es dabei, von der konkurrenzlos schnellen Kombination aus Bahn und Fahrrad zu schwärmen. Kein revolutionärer Gedanke, aber angesichts von mehr als vier Millionen Tonnen CO2-Emission pro Jahr allein im Berliner Verkehrsbereich ein naheliegender. Um möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu animieren, soll zum Abschluss der Kampagne ein 1000 Euro teures Fahrrad verlost werden.

Wer wissen will, wie viel schädliches Klimagas er durch sein ganz persönliches Verhalten verursacht oder auch vermeidet, wird aus der Kampagne aber vorerst nicht schlau: Die Sache soll zum Start nicht allzu kompliziert sein, ist zu hören. Später allerdings soll ein Emissionsrechner hinzukommen, wie es ihn jetzt bereits auf anderen Internetseiten wie etwa www.klimaktiv.de gibt. Dann würde sich beispielsweise zeigen, dass der Beitrag von Eishockeyprofi Steve Walker – er fährt ein Erdgasauto – noch größer wäre, wenn er dieses Auto manchmal stehen ließe. Stefan Jacobs

Das Projekt im Internet:

www.stadtvertrag-klimaschutz.de

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