Mosaik-Services : Jobs für Behinderte

Vom "Café Charlottchen" bis zur Bio-Bäckerei: Der Integrationsbetrieb Mosaik-Services wird 20 Jahre alt.

Daniela ist lernbehindert, ihr mathematisches Verständnis und ihre Aufnahmefähigkeit sind begrenzt. Trotzdem hat es die jugendlich wirkende 34-Jährige, die Jeans und Rollkragenpullover trägt, zur Angestellten im Museumsrestaurant des Martin-Gropius-Baus gebracht. Vor elf Jahren hatte sie dort nach einem Praktikum ihre Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe begonnen.

Betreut wird die Gaststätte durch das Integrationsunternehmen Mosaik-Services, das jetzt sein 20-jähriges Bestehen feiert. Der Unternehmensverbund betreibt Naturkostläden, Restaurants, eine Biobäckerei, eine Gebäudereinigung und einen Malerbetrieb. Zu den Standorten gehören auch das Café Konzerthaus am Gendarmenmarkt, die Museumscafés im Pergamonmuseum sowie das ehemalige Kinderrestaurant „Charlottchen“.

Dort, an der Charlottenburger Droysenstraße, begann 1990 die Geschichte des Projekts, in dem sich soziale und ökonomische Ambitionen erfolgreich verbinden. Das Integrationsunternehmen startete mit vier Mitarbeitern, von denen drei geistig oder körperlich behindert waren. Mittlerweile arbeiten 220 Mitarbeiter an den verschiedenen Standorten und werden tariflich bezahlt. Von den 44 Auszubildenden haben 30 eine Behinderung. „Wir schaffen Karrieremöglichkeiten für Behinderte“, sagt Geschäftsführer Frank Jeromin. So arbeitet ein Mitarbeiter bereits seit 19 Jahren für Mosaik-Services. Von der Tresenkraft hat er sich hochgearbeitet zur „zweiten Hand“ der Geschäftsleitung im Steglitzer Café „Schwartzsche Villa“.

Der Erfolg des Unternehmens liegt laut Beate Baumgärtner in der „innovativen Geschäftsführung, die bereit ist, Risiken einzugehen“. Die pädagogische Betreuerin ist unter anderem dafür zuständig, die Zusammenarbeit der Angestellten zu koordinieren. „Einen Depressiven können wir nicht mit einem Manischen zusammenstecken. Wir müssen uns fragen, wie man die Arbeit so organisieren kann, dass die Stärken der Mitarbeiter zum Tragen kommen.“

Schulungen, Praktika und Training helfen den Angestellten, das fachliche Know-How zu erwerben. Dass sich das Unternehmen wirtschaftlich zu 90 Prozent selbst trägt, liegt laut Jeromin auch an der Bereitschaft, sich immer wieder zu verändern. Zwar sind die Personalkosten sehr viel höher als bei anderen Betrieben, aber durch Fördergelder gelingt es Mosaik, sich auf dem Markt zu behaupten. Dazu tragen auch die exzellenten Standorte der Gaststätten bei. Nun plant Mosaik auch eine Schlachterei und eine Wäscherei. In Berlin sind rund 7400 Behinderte in Werkstätten verschiedener Träger tätig. jas

Informationen online

www.mosaik-services.de

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