Nachfolge : Berliner Landesbank sucht einen Chef

Zum Abschied gab es viel Lob für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden der Landesbank Berlin, Hans-Jörg Vetter. Offen ist aber noch immer die Frage, wer seine Nachfolge antreten soll.

Maren Peters
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Vertraute: Noch-LBB-Chef Vetter (links) und Sparkassenchef Haasis. Foto: dpa

BerlinDie wichtigste Frage blieb auch am Dienstag unbeantwortet: Wer wird neuer Chef der Landesbank Berlin (LBB), nachdem sich der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter mit der Hauptversammlung am Dienstag Richtung Baden-Württemberg verabschiedet hat?

Der Nachfolger lässt auf sich warten. „Ich bitte um Verständnis, dass ich zurzeit keinen qualifizierten Kandidaten präsentieren kann“, sagte Aufsichtsratschef Heinrich Haasis vor den rund 500 LBB- Aktionären im ICC Berlin. Haasis ist auch Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dem die LBB zu 98,6 Prozent gehört. Es gebe zwar Gespräche mit „einigen sehr guten Bewerbern“, bei der Auswahl gehe „Gründlichkeit aber vor Schnelligkeit“. Dennoch: In „relativer Kürze“ werde man zu einer Entscheidung kommen, versprach Haasis, was auch immer das heißen mag.

Als Favorit gilt in Bankenkreisen der bisherige Vize der Landesbank Baden- Württemberg (LBBW), Michael Horn. Er ist ein Vertrauter von Haasis.

Das würde auf eine Art Ringtausch hinauslaufen, denn der bisherige LBB- Vorstandsvorsitzende Vetter wechselt nach siebeneinhalb Jahren in Berlin an die Spitze der größten deutschen Landesbank LBBW nach Stuttgart. Nach Angaben des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) soll er den Posten am Freitag oder Montag übernehmen.

Vetter hatte die frühere Bankgesellschaft Berlin erfolgreich saniert und auch vergleichsweise unbeschadet durch die Finanzkrise geführt. Die Belastungen durch faule Wertpapiere und das Engagement bei Problembanken beliefen sich 2008 zwar auf 600 Millionen Euro, unter dem Strich wies das Institut aber einen leichten Vorsteuergewinn von neun Millionen Euro aus.

Der Entschluss, die Landesbank zu verlassen, sei ihm denn auch alles andere als leicht gefallen, beteuerte der Schwabe. Er habe die Entscheidung zur LBBW zu wechseln, sehr kurzfristig fällen müssen – „wortwörtlich über Nacht“ –, gehe aber in der Gewissheit, dass die Landesbank Berlin schlagkräftig aufgestellt und damit für die Zukunft gerüstet sei.

Kritik der Aktionäre gab es am Dienstag kaum, dafür viel Lob und Dank für „ein solides Geschäftsmodell und harte Arbeit“, wie Malte Diesselhorst von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte.

Eine Prognose für 2009 wagte Vetter zum Abschied nicht. Bislang spreche allerdings nichts dagegen, dass die Bank auch im Jahr 2009 „ein ordentliches Ergebnis“ erwirtschaften werde.

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