Neues Zentrum : Porsche zeigt Flagge in Berlin

Der Konzern baut ein neues Zentrum in Dreilinden und übernimmt zwei Autohäuser von der Winter-Gruppe. Spätestens 2008 soll das Porsche-Haus eröffnen.

Henrik Mortsiefer
Porsche Dreilinden
Investition in Dreilinden. Porsche baut ein neues Zentrum (im Bild eine Animation) mit direkter Autobahnanbindung. -Foto: promo

Berlin - Der Sportwagenbauer Porsche investiert im Großraum Berlin und übernimmt die beiden Porsche-Zentren von der Eduard-Winter-Gruppe in Charlottenburg und Zehlendorf. Am Mittwochabend präsentierte der Konzern in der Hauptstadt vor der offiziellen Premiere auf der Internationalen Autoausstellung den neuen Porsche 911 Turbo Cabriolet.

Für „fünf bis sechs Millionen Euro“ werde am Standort Dreilinden ein neues Porsche- Zentrum gebaut, sagte Bernhard Maier, Geschäftsführer der Porsche Deutschland GmbH. Die Verträge seien unterschrieben. „Wir haben ein 10 000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Spätestens Ende 2008 wird das Zentrum eröffnet.“ Das Porsche-Haus in der Zehlendorfer Goertzallee soll geschlossen werden.

Wie viel Porsche an Winter zahlt, wollte Maier nicht verraten. Wie berichtet, zieht sich die 1925 gegründete Gruppe komplett aus dem Autogeschäft zurück. 2005 hatte sie sich von ihren 19 VW-Häusern getrennt. Mit der Expansion in der Region, die mit dem Bau des Porsche-Zentrums in Dreilinden noch nicht abgeschlossen sei, wolle Porsche in der „pulsierenden Metropole Flagge zeigen“, sagte Maier. „Wir sehen im Großraum Berlin und Potsdam noch erhebliches Potenzial.“

Mit 385 verkauften Neufahrzeugen im Ende Juli zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hat Porsche in Berlin noch Nachholbedarf. „In Hamburg verkaufen wir doppelt so viele“, sagte Maier. In München, dem stärksten von 85 deutschen Standorten, setzte Porsche zuletzt 1200 Sportwagen ab. „Wir wollen mit Berlin in die Spitzengruppe und künftig mit eigenen Niederlassungen präsent sein“, sagte Maier. Geschäftsführer des Autohauses in Dreilinden, das künftig Porsche-Zentrum Potsdam heißt, wird Detlef Splinter – zuvor Geschäftsführer in der Charlottenburger Franklinstraße. Dort folgt ihm Otmar Westerfellhaus nach, der zuvor die Porsche-Niederlassung in Mannheim geleitet hat.

Am Mittwochabend präsentierte Porsche das neue Cabriolet des 911 Turbo. Das offene Modell mit Faltdach hat 480 PS und beschleunigt in 3,8 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Der Verbrauch blieb im Vergleich zum Vorgängermodell bei 12,9 Litern stabil. Zu haben ist der Porsche für 126 600 Euro. Weltweit will der Konzern 3000 Stück verkaufen.

Porsche will freilich nicht nur im Topsegment der Luxussportwagen expandieren, sondern auch seinen Anteil am VW-Konzern aufstocken. „Wir wollen klare Signale nach innen und nach außen geben. Je höher die Beteiligung ist, desto mehr werden wir wahr- und ernst genommen“, sagte Firmenchef Wendelin Wiedeking den „Stuttgarter Nachrichten“. Aktuell sei Porsche aber nicht dabei, seine 31-Prozent-Beteiligung an VW auf über 50 Prozent zu erhöhen. „Uns treibt im Moment nichts. Wir warten zunächst die EuGH-Entscheidung zum VW-Gesetz ab, die für uns sehr wichtig ist.“ Der Konzern habe sich bereits über Optionen die Rechte für weitere Anteile gesichert und müsse somit auch nicht zum hohen aktuellen Börsenkurs kaufen.

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