Schuhpflege : Glanzvolle Geschichte: Collonil wird 100

Collonil verzeichnet im ersten Quartal 2009 ein Umsatzplus von 15 Prozent. Der Schuhpflege-Hersteller aus Berlin-Reinickendorf feiert zudem mitten in der Krise Jubiläum.

Berlin - „Sie haben zu Hause das passende Pflegemittel?“ Wer hier beim Schuhkauf nicht sofort mit „ja“ antworten kann, ist mitten drin im Collonil-Gespräch: Die Verkäuferin betont, wie wichtig regelmäßige Schuhpflege ist. Das Pflegesortiment hängt hinter der Kasse. Die Gebrauchsempfehlung liefert die Verkäuferin gleich mit: „Polieren Sie mit einem Putz- oder Microfasertuch in kreisenden Bewegungen, und tauchen Sie es kurz in Wasser“, rät sie bei Glattleder. „Dadurch entsteht zwischen der Wachsschicht auf dem Schuh und dem Lappen ein feiner Film.“

Man merkt es: Bei Collonil befasst man sich schon eine ganze Weile mit dem Thema Schuhpflege, 100 Jahre um genau zu sein. In diesem Sommer feiert die nach einem der Gründer benannte Produktionsfirma Salzenbrodt GmbH & Co. KG in Reinickendorf Jubiläum. „Ich freue mich, dass es uns auch in diesem schwierigen Jubiläumsjahr wirtschaftlich gut geht“, sagt Geschäftsführer Frank Becker. Zwar sei der Export eingebrochen, vor allem nach Russland. Durch Zuwächse in Deutschland habe man dies jedoch kompensieren können.

Der Zuwachs sei auf Produktinnovationen, aber auch auf die verbesserte Vertriebsstrategie zurückzuführen. Zu ihr gehört die psychologische Schulung der Verkäufer in der „Pflegeklinik“ von Collonil. Offenbar funktionieren die Psycho-Tricks: Im ersten Quartal 2009 verzeichnete die Firma ein Umsatzplus von 15 Prozent, sagt Becker. 2008 lag der Umsatz der Gruppe, die insgesamt 180 Mitarbeiter beschäftigt, bei 34 Millionen Euro. Damit hat sich die Firma, die in den 90er Jahren noch 300 Leute beschäftigte, längst wieder stabilisiert. In Zukunft, so Beckers Vision, sollen auch Kunden in anderen Kontinenten ihre Schuhe mit Collonil zum Glänzen bringen. „In Brasilien und Südafrika fassen wir gerade Fuß.“ avi

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