Siemens : Den richtigen Dreh lernen

Am Mittwoch eröffnete Siemens mit sechs neuen hochmodernen computergesteuerten Fräs- und Drehmaschinen das nach eigenen Angaben modernste Ausbildungszentrum dieser Art in Berlin-Brandenburg. Bei Siemens lernen 1000 Auszubildende, so viele wie in keinem anderen industriellen Unternehmen in der Hauptstadt

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Stolz bei der Arbeit. Tillmann Weber an der Drehmaschine. Foto: David von Becker

BerlinSarah Burgkamp steht in Arbeitshose vor einer großen Maschine und schaut durch das Sichtfenster. Es brummt. Innen spritzt Kühlwasser in alle Richtungen. Auf der linken Seite dreht ein Motor ein Stück Aluminium, von rechts bearbeiten Werkzeuge automatisch das Stück Metall. Wie durch Zauberhand entsteht ein Modell des Fernsehturms. „Es ist interessant, aufregend und macht Spaß“, sagt die Auszubildende. In der Halle ist sie eine der wenigen Frauen. „Ich wollte schon immer etwas Handwerkliches arbeiten, es ist vererbt, ich komme da nach meinen Eltern“, lacht sie und nimmt das Übungsstück, den kleinen silbernen Fernsehturm, in die Hand.

Am Mittwoch eröffnete Siemens mit sechs neuen hochmodernen computergesteuerten Fräs- und Drehmaschinen das nach eigenen Angaben modernste Ausbildungszentrum dieser Art in Berlin-Brandenburg. Bei Siemens lernen 1000 Auszubildende, so viele wie in keinem anderen industriellen Unternehmen in der Hauptstadt. „Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein entscheidender Standortfaktor“, erklärt der Leiter von Siemens Berlin, Burkhard Ischler. An den neuen Maschinen werden pro Jahr etwa 200 junge Menschen in Mechanikberufen ausgebildet. Insgesamt investierte das Unternehmen 1,5 Millionen Euro. Auch die Berliner Staatssekretärin für Wirtschaft, Almuth Nehring-Venus, ist zur Eröffnung gekommen. Sie packt die neuen Maschinen aus, die für den großen Moment morgens in Folie gehüllt wurden. Eigentlich wird an den neuen Maschinen schon seit Wochen geübt.

Die Azubis helfen beim Aufreißen. Man sieht Freude in den Gesichtern. „Die Geräte sind schon was ganz anderes, vor allem was die Geschwindigkeit und Genauigkeit angeht “, schwärmt Tillmann Weber. Er ist auch Auszubildender. Vor der Produktion erarbeiten er und seine Kollegen den Fertigungsprozess am Computer. „Wenn man weiß, dass ich das Programm geschrieben habe und somit für das Teil verantwortlich bin, macht mich das schon stolz“, sagt Weber und tippt weiter auf der Tastatur. sma

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