Top 500 Elite-Netzwerk : Club mit Mission

Die Initiative Top 500 will die Wirtschaft der Hauptstadtregion fördern. Mit einem Elite-Netzwerk wollen die Gründer wohltätige Ziele verfolgen und Verbindungen untereinander stärken.

Top 500
Christel Harthaus, Initiatorin der Initiative Top 500. -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Agenda ist klar und deutlich. Denn Christel Harthaus hat eine exakte Vorstellung davon, was sie will und was nicht. „Wir sind keine Bürgerinitiative“, stellt die Initiatorin der 2005 gegründeten Initiative Top 500 mit energischer Stimme fest. „Wir sind ein Elite-Netzwerk, ein exklusiver Club.“ Ein exklusiver Club mit einer wohltätigen Mission.

„Der Berliner Wirtschaft fehlt es an Kraft“, sagt Christel Harthaus. „Wir wollen der Stadt helfen.“ Deshalb habe Top 500 es sich zur Aufgabe gemacht, die lokalen Größen aus Wirtschaft, Kultur, Medien, Wissenschaft und Politik zu vernetzen. Dafür werden gemeinsame Kongresse, Reisen und Partys organisiert, seit diesem Jahr auch ein Preis verliehen: der Goldene Julius. Erster Preisträger im März 2007 war Joachim Hunold, Geschäftsführer von Air Berlin. Gefördert werden soll mit den Veranstaltungen die gegenseitige Hilfe und der interdisziplinäre Austausch.

An diesem Austausch kann jedoch nicht jeder teilhaben. Geladen wird nur, wer im Hauptstadtbuch Top 500 Erwähnung findet, von dem die Idee zur Initiative ausging.

„Das Buch versammelt Porträts von 500 Entscheidern der Hauptstadtregion“, sagt Harthaus. Aufgeführt werden unter anderem Unternehmer, Filmproduzenten, Anwälte und Wissenschaftler. Die erste Ausgabe erschien bereits 2004, die zweite 2006. In diesem Jahr sollen erstmals eine Hamburger und eine Frankfurter Edition dazukommen. Das Ziel ist, einmal in zehn deutschen Großstädten vertreten zu sein. Die nächste Berliner Ausgabe ist für das kommende Jahr geplant – komplett aktualisiert. „Bereits für die zweite Ausgabe haben wir 150 Köpfe ausgetauscht“, sagt Harthaus. „Wir wollen stets den aktuellen Stand abbilden.“

Den Vorwurf, dass sie mit dem Buch lediglich Nabelschau betreibe, weist sie entschieden von sich. Schon aus dem Grund, dass sich niemand einkaufen könne. Stattdessen würde ein aus rund 40 Mitgliedern bestehendes Komitee, in dem beispielsweise FU-Präsident Dieter Lenzen oder Jamba-Chef Markus Berger de León sitzen, Personen vorschlagen und die Auserwählten dann anschreiben.

Doch nicht nur die Etablierten, auch der Nachwuchs, die sogenannten Young Leaders, sollen von der Initiative bekannt gemacht und gezielt gefördert werden. Zum Beispiel Studenten mit Ideen oder potenzielle Gründer, die in Zukunft mit Know-How und Sachleistungen unterstützt werden sollen. „Die New mit der Old Economy zusammenzubringen“, nennt Harthaus das.

Hinter Buch und Initiative stehen die Verlage Plötz und Deutsche Informationsbörse AG, zwischen beiden Produkten gebe es aber Unterschiede. „Das Buch ist ein kommerzielles Erzeugnis“, erklärt Christel Harthaus, „die Initiative selbst arbeitet ehrenamtlich“. Auf sich allein gestellt sind sie trotzdem nicht. Kooperiert werde unter anderem mit der IHK und Berlin-Partner, dazu kämen zahlreiche Sponsoren. Fördergelder von Land oder Bund bezieht Top 500 nicht. Das garantiere Unabhängigkeit und Engagement, sagt Harthaus. „Wer gefördert wird, wird schnell bequem.“ mho

www.initiativetop500.de

www.ploetztop500.de

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