Verbotene Beihilfen : EU ermittelt gegen Flughafen Schönefeld

Die Rabattpraxis des Flughafens Schönefeld wird von der EU-Kommission untersucht. Mit den Preisnachlässen soll der Airport verschiedene Airlines an sich gebunden haben. Die EU sieht das als unerlaubte staatliche Beihilfe.

Flughafen Schönefeld
Im Visier der EU-Ermittler: die Beihilfen des Flughafens Schönefeld. -Foto: ddp

Das Rabattsystem bei den Flughafengebühren am Airport Schönefeld wird von der Europäischen Kommission überprüft. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um unerlaubte staatliche Beihilfen handele, teilte die Kommission am Dienstag mit. Sie habe Untersuchungen eingeleitet. Die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) biete Vorzugsprogramme für einige Airlines an und habe zudem mit einer Fluggesellschaft einen Vertrag über die exklusive Nutzung des Terminals B abgeschlossen.

Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel wies darauf hin, dass die EU-Kommission insgesamt gegen 40 europäische Flughäfen ermittele. Die FBS sehe dem Verfahren gelassen entgegen. Das Thema werde schon seit Jahren diskutiert. Im vergangenen Jahr habe die FBS einen umfangreichen Fragenkatalog der EU-Kommission beantwortet. Die Flughafengebühren seien im Internet veröffentlicht und von der Luftverkehrsbehörde genehmigt worden. Alle Airlines würden gleich behandelt.

"Marktwirtschaftliches Prinzip"

Die Berliner Flughäfen gewähren Fluggesellschaften Rabatte, die neue Strecken in ihr Programm aufnehmen oder große Passagiermengen befördern. Das sei ein "einfaches marktwirtschaftliches Prinzip", betonte Kunkel. Das Rabattsystem sei ein wesentlicher Baustein für den Erfolg des Flughafens Schönefeld.

Der Airport, der derzeit zum Großflughafen Berlin Brandenburg International ausgebaut wird, hat sich in den vergangenen Jahren als Destination von Billigfluggesellschaften etabliert und verzeichnet erhebliche Steigerungen der Passagierzahlen. Terminal B wird exklusiv von Easyjet genutzt. (mit ddp)

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