Verkehr : Berlin stand still

Alles steht - zumindest Busse, U- und Straßenbahnen. Seit gestern streikte die BVG in der Hauptstadt. Bis heute Nachmittag um 15 Uhr übten die Berliner Verkehrsbetriebe den Totalausfall. Eine Einigung bei den Verhandlungen ist nicht in Sicht.

Berlin"Wir haben eine sechsprozentige Lohnerhöhung für alle Beschäftigten angeboten. Diese betrifft in der Wirkung zunächst einmal nur die Neueingestellten - längerfristig betrachtet aber auch die Alt-Beschäftigten. Mit dem Angebot haben wir schon das ausgeschöpft, was im Moment überhaupt denkbar ist. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind ein öffentlicher Betrieb und die Spielräume sind hier sehr gering", sagte Claudia Pfeiffer. Die Verhandlungsführerin für die Tarifgespräche bezeichnete den Ausstand am Samstag im RBB-Inforadio als überzogen. Es sei unverständlich, dass die von Arbeitgeberseite gebotenen sechs Prozent von der Gewerkschaft Verdi abgelehnt würden.

Der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat am Samstagmorgen erneut zu Behinderungen im Berliner Nahverkehr geführt. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen seien auch am zweiten Tag des Ausstands bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) in den Depots geblieben, sagte ein Verdi-Sprecher am Morgen in der Hauptstadt: "Alles steht." Es sei den ganzen Tag über mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Der in der Nacht zum Freitag begonnene Streik soll noch bis 15 Uhr dauern. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach Gehaltserhöhungen von acht bis zwölf Prozent für die rund 11.500 BVG-Beschäftigten Nachdruck verleihen. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte in dem Tarifkonflikt Härte angekündigt.

Schüler zu spät zur Zeugnisvergabe

Nach Streikende werde es voraussichtlich noch mehrere Stunden dauern, bis sich der Betrieb vollständig normalisiere, sagte der Gewerkschaftssprecher. Vor allem auf den U-Bahn-Linien müssten die Züge erst nach und nach wieder in den Fahrplan-Takt eingepasst werden. "Es wird funktionieren, aber das wird seine Zeit dauern", sagte er.

Bereits am Freitag waren viele Berliner wegen des Streiks zu spät zur Arbeit gekommen. Zahlreiche Schüler erschienen zudem nicht rechtzeitig zur Vergabe ihrer Halbjahreszeugnisse. Ein Verkehrschaos blieb aber aus, da die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen und Regionalzüge vom Streik nicht betroffen sind und weiter fahren. Bis zum Ende des Arbeitsniederlegungen setzt die Bahn nach eigenen Angaben zusätzliche und längere S-Bahnen ein, um den Fahrgastansturm zu bewältigen. (mpr/dpa)

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