Verkehrsbranche : Mehr Verkehr, mehr Arbeit

Die Verkehrsbranche wächst und beschäftigt in der Hauptstadtregion mittlerweile rund 150.000 Menschen. In Berlin und Brandenburg haben sich viele Betriebe angesiedelt - das Spektrum reicht von Luft- und Raumfahrt über Logistik bis hin zu Schienenverkehrstechnik.

Juliane Schäuble
Verkehrsbranche
Die Verkehrsbranche wächst stetig weiter. -Foto: dpa

Berlin - Dass die Deutsche Bahn in Berlin ihre Zentrale hat, dürfte spätestens seit den vergangenen Streikwochen auch über die Hauptstadt hinaus bekannt sein. Dass sich die Region Berlin-Brandenburg aber immer mehr auch zu einem führenden Standort für Verkehrswirtschaft in Deutschland entwickelt, ist dagegen noch nicht überall angekommen. Ob Luft- und Raumfahrt, Logistik oder Schienenverkehrstechnik: Viele kleine und mittlere Unternehmen, aber auch große Systemhersteller wie Siemens oder Bombardier Transportation bilden zusammen mit zahlreichen Forschungseinrichtungen einen Schwerpunkt für Verkehrstechnik, der kontinuierlich wächst. Als Beleg dafür dient der neue Branchenreport „Verkehr und Mobilität“, den der Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik (FAV) am Donnerstag vorlegte.

Auf 140 Seiten gibt der Bericht Auskunft über die Branche, internationale Projekte und Erwartungen für die Zukunft – etwa mit Blick auf neue Technologien oder Beschäftigtenzahlen. „In den vergangenen zwei Jahren entstanden in den mehr als 400 produzierenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Verkehrstechnik 2500 neue Arbeitsplätze“, sagte FAV-Geschäftsführer Thomas Meißner. Das sei ein Zuwachs von fünf Prozent. Die Zahl der Beschäftigten rund um Auto, Eisenbahn und Flugzeug habe sich so auf 51 700 erhöht. Mit den 48 000 Menschen aus der Verkehrsdienstleistung im öffentlichen Nahverkehr sowie den 56 000 Beschäftigten aus dem Logistikbereich umfasse die Branche in der Region rund 150 000 Arbeitsplätze.

Die Bedeutung der Branche, die allein im produzierenden Gewerbe um die fünf Milliarden Euro in der Region umsetzt, ist auch dem Senat bewusst, der das „Kompetenzfeld Verkehr und Mobilität“ gezielt fördert. Eines der Hauptziele ist, die Akteure untereinander besser zu vernetzen. Die Federführung hierbei hat der FAV.

„Verkehr und Mobilität ist für eine moderne Wirtschaft von zentraler Bedeutung“, betonte Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Berlin. Durch eine stärkere Vernetzung würden noch mehr Innovationen wie das System der Amovis GmbH entstehen, das einen Teil der Wärme nutzt, die bei Verbrennungsmotoren entsteht. Amovis kooperiert dabei unter anderem mit BMW. Doch wichtig sei, solche Produkte auch vor Ort anzuwenden. Denn während die Forschung mit den vielen kleineren, hochinnovativen Firmen international hoch angesehen ist, lässt die Produktionsseite noch zu wünschen übrig. „Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass entwickelnde Unternehmen auch für die Produktion hier bleiben“, forderte Wiesenhütter. Berlin müsse sein „Forschungs- und Wissenschaftspotenzial konsequenter nutzen“, ergänzte Bruno Broich, Vorstand der TSB Technologiestiftung. In keinem Bundesland gebe es pro Industriebeschäftigten so viele Forscher wie hier.

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