Wirtschaftsstandort : Berliner Glas stockt auf

Die Berliner Glas steckt 27 Millionen Euro in eine neue Fertigungshalle. "Wir geben damit ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Berlin ab", sagt Inhaber Herbert Kubatz.

Corinna Visser

Berlin - Bei der Berliner Glas KGaA ist es eng geworden. Die Geschäfte liefen gut, in den vergangenen beiden Jahren hat das Hightech-Unternehmen mit Sitz im Neuköllner Ortsteil Britz jeweils 50 Mitarbeiter eingestellt. Eine neue Fertigungshalle musste her. Der Rohbau steht nun, am Freitag war Richtfest. 17 Millionen Euro investiert das Unternehmen, das auf die Herstellung technischer Gläser und auf die Entwicklung und Produktion von optischen Komponenten (Photonics) spezialisiert ist, in die Halle mit 8000 Quadratmetern Produktionsfläche. In Maschinen und Messgeräte fließen noch einmal zehn Millionen Euro. Im zweiten Quartal 2009 soll die Halle bezugsfertig sein. „Wir geben damit ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Berlin ab“, sagt Inhaber Herbert Kubatz.

Ein großer Teil des neuen Fabrikgebäudes wird aus Reinräumen bestehen, in denen Komponenten für die Chipindustrie produziert werden. Im Bereich Photonics setzte Berliner Glas im vergangenen Jahr 85 Millionen Euro um – zwei Drittel des Gesamtumsatzes von knapp 120 Millionen Euro. Den Rest erwirtschaftete der Geschäftsbereich technische Gläser. Hauptkunden dort sind die in Europa verbliebenen Fernsehgerätehersteller Metz, Loewe, Bang & Olufsen und Philips. Aber auch US-Computerkonzerne wie HP und Apple ordern nach Angaben von Inhaber Kubatz Displayscheiben aus Neukölln. Die werden nach China verschifft, wo die Geräte zusammengebaut werden. Die Unternehmensgruppe Berliner Glas mit Tochtergesellschaften in Deutschland, der Schweiz, den USA und China beschäftigt 960 Mitarbeiter, 500 davon in Berlin.

Als die neue Fabrik geplant wurde, hat das wirtschaftliche Umfeld deutlich besser ausgesehen als jetzt. Wenn er seine international agierenden Kunden in der Halbleiterindustrie frage, was 2009 passiert, „dann bekomme ich keine definitive Antwort“, sagt Kubatz. Es herrsche große Unsicherheit. Die eigenen Pläne werde man sorgfältig durchgehen müssen. Eines aber sei sicher: die Finanzierung des Neubaus. Corinna Visser

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