Wirtschaft : Berlinern drohen wieder höhere Wasserpreise

Es wäre schon die dritte Erhöhung seit 2005

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Berlin - Bei der Vorstellung des Ergebnisses für das Jahr 2005 hat der Chef der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon, eine erneute Anhebung der Preise nicht ausgeschlossen. Eine endgültige Entscheidung darüber werde jedoch erst in den kommenden Monaten getroffen. Dies wäre die dritte Erhöhung innerhalb kürzester Zeit: Die Preise waren bereits Anfang dieses Jahres und im vergangenen Jahr erhöht worden. Deshalb liegen die Wasserkosten in Berlin doppelt so hoch wie in vergleichbaren Metropolen wie München oder Köln.

Die Preise steigen, obwohl die Nachfrage sinkt und die Betriebe ein gutes Ergebnis vorlegen können. So stieg der Jahresüberschuss 2005 auf 84,9 Millionen Euro, nach rund 62 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der Umsatz wuchs um knapp 50 Millionen Euro auf 1,058 Milliarden Euro im Jahr 2005.

Nach Angaben des mehrheitlich landeseigenen Unternehmens bezahlte jeder Berliner statistisch 18,70 Euro im Monat für die Versorgung mit Trinkwasser und für die Entsorgung des verbrauchten Schmutz- und Regenwassers. Das waren 82 Cent mehr als im Vorjahr. Die höheren Kosten mussten die Berliner zahlen, obwohl in der Stadt wegen des geringeren Verbrauchs weniger Wasser gefördert (minus 1,5 Prozent) und auch weniger Abwasser gereinigt werden musste (minus 2,2 Prozent).

Die Berliner Wasserbetriebe haben im vergangenen Jahr vorrangig in das Abwassernetz investiert: Die Investitionen beliefen sich auf insgesamt 295 Millionen Euro, den größten Teil davon brachte das Unternehmen selbst auf. Zwei Drittel davon flossen in den Ausbau des Abwassernetzes, das stadtweit um 45 auf insgesamt 10 484 Kilometer wuchs. Auch in diesem Jahr will das Unternehmen rund 44 Millionen Euro in die Kanalisierung investieren. Zwar sind inzwischen 99 Prozent aller Berliner Verbraucher an das Kanalnetz angeschlossen; dennoch entsorgen noch 33 700 Berliner ihr Abwasser in abflusslose Gruben.

Die Berliner Wasserbetriebe beschäftigten Ende 2005 noch 5096 Mitarbeiter, das waren 114 weniger als 2004. In der Ausbildung sind 390 Jugendliche. ball

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