Wirtschaft : BerlinHyp-Aktionäre mit Kurs unzufrieden

HANNOVER (dr).Die Berlin-Hannoversche Hypotheken-Bank AG (BerlinHyp) will ihr regionales Schwergewicht aus dem Raum Berlin-Brandenburg herausverlagern, um so die eindeutig vorhandene Risikokonzentration abzubauen.Zum Teil sei dies im vergangenen Jahr bereits gelungen, konnte der Vorstandssprecher des Instituts, Klaus Landowsky, am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover berichten.Zwar entfielen 1998 mit 1,9 Mrd.DM noch 31 Prozent des Neugeschäfts auf die Region Berlin, dies war jedoch ein Rückgang um sechs Prozent.Insgesamt entfielen im vergangenen Jahr 51 Prozent des Finanzierungsvolumens auf Objekte in den alten Bundesländern, im Vorjahr betrug die Vergleichszahl nur 35 Prozent.

Im Rahmen der Diversifierungstrategie wurden und werden die Aktivitäten in den europäischen Nachbarländern ausgebaut.Im Zentrum standen 1998 laut Landowsky die Niederlande und Großbritannien.Mittelfristig soll der Anteil des Neugeschäfts im Ausland von derzeit 8,8 Prozent auf 15 Prozent erhöht werden.Schwerpunkt sollen die mittelosteuropäischen Staaten sein.Noch in diesem Jahr soll in den Niederlanden ein Büro eröffnet werden.Landowsky betonte aber auch, daß im gesamten Geschäft Qualität vor Quantität gehe.Bereits im vergangenen Jahr sei deshalb auch der Bereich Kreditmanagement eingerichtet worden.Dies habe erste Erfolge gezeigt.

Für das Geschäftsjahr 1999 zeigte sich der Vorstandsvorsitzende zuversichtlich.Im ersten Quartal belief sich das Volumen des Neugeschäfts auf 3,3 (Vorjahr 3,2) Mrd.DM.Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge kletterte auf 137,6 (126,9) Mill.DM.Die Vorsorge im vergangenen Jahr forderte allerdings auch den Widerspruch einiger der rund 200 anwesenden Aktionäre heraus.Sie hätten sich eine höhere Dividende gewünscht.Weiterer Kritikpunkt war die Entwicklung des Aktienkurses, der binnen Jahresfrist um rund 15 Prozent auf derzeit etwa 30 Euro gesunken ist.Landowsky erklärte dies unter anderem mit der Marktenge - nur 2,4 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz, 87,6 Prozent hält die Bankgesellschaft Berlin, zehn Prozent die Norddeutsche Landesbank.Aktionärsvertreter forderten deshalb Gratisaktien.Einstimmig beschloß die Hauptversammlung die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 1,70 je Stück Aktie.

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