Wirtschaft : Bertelsmann: Die AG verdient mit Musik kein Geld

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Die Bertelsmann Music Group (BMG), einer der weltgrößten Musikanbieter, befindet sich in der Talsohle: "Das Geschäftsjahr 2000/2001 wird ein schlechtes Jahr. Wir werden keinen Gewinn ausweisen", erklärte BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz im Gespräch mit dem Handelsblatt. Neben dem stagnierenden Musikmarkt nennt er "hohe Einmalaufwendungen" im Zuge der Restrukturierung des Bereichs als Grund für das schlechtere Abschneiden der seit Jahren kränkelnden Musiksparte. Für das am 30. Juni 2001 zu Ende gehende Geschäftsjahr 2000/2001 erwartet Schmidt-Holtz auch keine Umsatzzuwächse. Im Geschäftsjahr 1999/2000 hatte BMG 4,78 Milliarden Euro umgesetzt und dabei einen Gewinn vor Steuern von 223 Millionen Euro eingefahren. Für das Geschäftsjahr 2002, das sich dann mit dem Kalenderjahr deckt, werde die BMG aber wieder "ein Rekordergebnis ausweisen", so Schmidt-Holtz. Damit bereitet der frühere TV-Manager, der die BMG seit Jahresanfang führt, die Musiksparte auf den kommenden Börsengang der Mutter Bertelsmann AG vor.

Ebenfalls im Musikgeschäft zeigte die Bertelsmann E-Commerce Group (BECG) am Mittwoch, dass sie trotz der Schwierigkeiten mit der Musiktauschbörse Napster weiter auf das Internet setzt. Die BertelsmannTochter übernahm die US-Internetfirma My Play, mit deren Produkten Musikstücke im Internet abonniert und digital gespeichert werden können. Bertelsmann werde die My Play-Technologie für den Ausbau ihres AboServices einsetzen, sagte BECG-Chef Andreas Schmidt. My Play ist eine Konkurrenz zu MP3.com, die von Vivendi-Universal kürzlich übernommen wurde. My Play soll zur Bertelsmann Be Music gehören, die zum 1. Juli gegründet werden soll.

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