Wirtschaft : Bertelsmann entlässt 1000 Drucker Werk in Itzehoe wird 2014 geschlossen

Itzehoe - Im angespannten Druckmarkt in Europa kommt es in Deutschland zu einem weiteren herben Einschnitt. Am Druckstandort Itzehoe in Schleswig-Holstein schließt der Prinovis-Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2014 ein Werk mit rund 1000 Mitarbeitern. In der Tiefdruckerei werden Magazine wie „Spiegel“ und „Stern“ hergestellt.

„Die Druckerei in Itzehoe ist nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben“, sagte Prinovis-Chef Bertram Stausberg. Die fünf Druckereien im Konzern – neben Itzehoe die Standorte Ahrensburg, Dresden, Nürnberg, Liverpool – seien im Durchschnitt nur zu 80 Prozent ausgelastet und rechneten sich damit mittel- und langfristig nicht. Itzehoe habe die mit Abstand höchsten Stückkosten aller PrinovisStandorte und verfüge über die mit Abstand schlechteste Prognose, teilte das Unternehmen mit. Es erzielt rund 600 Millionen Euro Umsatz. 74,9 Prozent der Prinovis-Anteile gehören dem Bertelsmann- Konzern, der Rest der Axel Springer AG.

Die Überkapazitäten im europäischen Druckmarkt – es gibt mehr Maschinen als Nachfrage nach Druckereierzeugnissen – haben sich somit auch auf Prinovis ausgewirkt. „Die Marktbereinigung ist seit einigen Jahren im Gange“, sagte Stausberg. Er erwartet, dass nach der Schließung dauerhaft rund 20 Millionen Euro eingespart werden können. Die Restrukturierungskosten beliefen sich auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Die geplante Schließung im nächsten Sommer ergibt sich den Angaben zufolge aus der Kündigung eines Beschäftigungs-Sicherungsvertrages bis 2015 sowie gesetzlichen und individuellen Kündigungsfristen. Das Weihnachts- und Urlaubsgeld, auf das die Mitarbeiter für 2012 und 2013 vertraglich verzichtet hatten, muss nun gezahlt werden. dpa

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