Wirtschaft : Bertelsmann: Euphorie bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse

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Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff wartete sichtlich auf Applaus. Redegewandt und voller Euphorie hatte er seinen sehr amerikanisch und persönlich gehaltenen Vortrag über das abgeschlossene Geschäftsjahr 1999/2000 vollendet und dabei alle Kritikpunkte aus der Presse zu widerlegen versucht. Formvollendet hatte er über mehrere Minuten hinweg allen Vorstandskollegen - Michael, Bela, Siegfried, Peter und Co. - gedankt und dem Schweigen der von ihm gefragten Journalisten entnommen, dass sie es als ein Highlight ihres bisherigen Berufslebens auffassen, im Planet M auf der Expo die Wirtschaftspressekonferenz besucht haben zu dürfen. Schluss mit den Traditionen, die Stadthalle zu Gütersloh gehört der Vergangenheit an. Wahrscheinlich würden am schmucklosen Bertelsmann-Stammsitz in Gütersloh die Fish & Chips auch bei weitem nicht so gut schmecken wie am Vorabend der gestrigen Pressekonferenz. Aus den lachsfarbenen Seiten der Financial Times waren die Pommes-Tüten übrigens gefaltet.

Thomas Middelhoff strahlte bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse übers ganze Gesicht: Der Umsatz der Bertelsmann AG stieg 1999/2000 um 25 Prozent auf 32,4 Milliarden Mark (Vorjahr: 26 Milliarden Mark). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verbesserte sich gemessen am Umsatz überproportional um 35 Prozent auf 3,3 Milliarden Mark, der Jahresüberschuss um 45 Prozent auf 1,3 Milliarden Mark. Der Umsatzsprung resultiert nicht zuletzt daher, dass die CLT-Ufa seit Januar voll konsolitiert ist. Die Fusion von CLT-Ufa, Audiofina und Pearson TV zur RTL Group wird nach dem Berichtszeitraum wirksam. Fast unverändert erwirtschaftet Bertelsmann (von Middelhoff im Lauf seiner Rede immer häufiger "Bürtelsmän" ausgesprochen) ein Drittel des Umsatzes in den USA. Gleich dahinter folgt Deutschland, das mit 30,5 Prozent seinen Anteil leicht ausgebaut hat. Das übrige Europa trägt 28,6 Prozent zum Umsatz des Medienhauses bei.

Sämtliche Stammgeschäfte erhöhten im abgeschlossenen Geschäftsjahr ihre Ergebnisse und Umsatzrenditen. Ausnahme: Das Clubgeschäft, mit dem Bertelsmann groß wurde. Dieser Bereich wird derzeit umgebaut. 4,5 Milliarden Mark lassen sich die Gütersloher dies in den nächsten Jahren kosten. Neu positioniert, mit attraktiverem Programm und Service wird es Aufgabe von Klaus Eierhoff, die derzeit weltweit 40 Millionen Kontakte für das E-Commerce zu nutzen. Dies ist ein Mosaikstein auf dem Weg, das strategische Unternehmensziel zu erreichen, Bertelsmann zum "weltweit führenden Medienunternehmen für Content und Medien-E-Commerce" auszubauen.

Für den Überblick beim Content, den Inhalten also, wird der seit Juli amtierende Journalist Rolf Schmidt-Holtz sorgen. Er verfolgt eine 3-Säulen-Strategie: Zum einen sei es seine Aufgabe, "Cross-Media-Brands" zu entwickeln, also neue Inhalte und (neben den bestehenden 1000 Marken) weitere neue Marken zu generieren, die digitalisiert über die verschiedensten Medien und Plattformen zum Verbraucher gebracht werden. Entsprechend müsse er für Nachfrage nach diesen Inhalten sorgen, der Content müsse gebündelt werden. Und drittens müssten externe Joint-Ventures gegründet werden, um passende Partner mit ins Geschäft einzubinden.

Was den Internetpart angeht, spielt der frühere AOL-Zentraleuropa-Präsident, Andreas Schmidt eine zentrale Rolle. Schmidt habe "die schönste Aufgabe", sagte Middelhoff, nämlich "die Gestaltung unserer weltweiten E-Commerce-Geschäfte" in der Bertelsmann-E-Commerce Group als "frühendem globalem Netzwerk". Mit dem Aufbau dieser "Medien E Community" hat Bertelsmann wie üblich die Weltmarktführerschaft im Blick. Am Vorabend ging Middelhofff eine Wette ein, dieses Ziel in zwei Jahren erreichen zu können. Er wettete übrigens um eine Flasche Schampus, da der zögernde Journalist nicht gewillt war, gleich eine ganze Kiste aufs Spiel zu setzen.

Hannover (usi). Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff wartete sichtlich auf Applaus. Redegewandt und voller Euphorie hatte er seinen sehr amerikanisch und persönlich gehaltenen Vortrag über das abgeschlossene Geschäftsjahr 1999/2000 vollendet und dabei alle Kritikpunkte aus der Presse zu widerlegen versucht. Formvollendet hatte er über mehrere Minuten hinweg allen Vorstandskollegen - Michael, Bela, Siegfried, Peter und Co. - gedankt und dem Schweigen der von ihm gefragten Journalisten entnommen, dass sie es als ein Highlight ihres bisherigen Berufslebens auffassen, im Planet M auf der Expo die Wirtschaftspressekonferenz besucht haben zu dürfen. Schluss mit den Traditionen, die Stadthalle zu Gütersloh gehört der Vergangenheit an. Wahrscheinlich würden am schmucklosen Bertelsmann-Stammsitz in Gütersloh die Fish & Chips auch bei weitem nicht so gut schmecken wie am Vorabend der gestrigen Pressekonferenz. Aus den lachsfarbenen Seiten der Financial Times waren die Pommes-Tüten übrigens gefaltet.

Thomas Middelhoff strahlte bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse übers ganze Gesicht: Der Umsatz der Bertelsmann AG stieg 1999/2000 um 25 Prozent auf 32,4 Milliarden Mark (Vorjahr: 26 Milliarden Mark). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verbesserte sich gemessen am Umsatz überproportional um 35 Prozent auf 3,3 Milliarden Mark, der Jahresüberschuss um 45 Prozent auf 1,3 Milliarden Mark. Der Umsatzsprung resultiert nicht zuletzt daher, dass die CLT-Ufa seit Januar voll konsolitiert ist. Die Fusion von CLT-Ufa, Audiofina und Pearson TV zur RTL Group wird nach dem Berichtszeitraum wirksam. Fast unverändert erwirtschaftet Bertelsmann (von Middelhoff im Lauf seiner Rede immer häufiger "Bürtelsmän" ausgesprochen) ein Drittel des Umsatzes in den USA. Gleich dahinter folgt Deutschland, das mit 30,5 Prozent seinen Anteil leicht ausgebaut hat. Das übrige Europa trägt 28,6 Prozent zum Umsatz des Medienhauses bei.

Sämtliche Stammgeschäfte erhöhten im abgeschlossenen Geschäftsjahr ihre Ergebnisse und Umsatzrenditen. Ausnahme: Das Clubgeschäft, mit dem Bertelsmann groß wurde. Dieser Bereich wird derzeit umgebaut. 4,5 Milliarden Mark lassen sich die Gütersloher dies in den nächsten Jahren kosten. Neu positioniert, mit attraktiverem Programm und Service wird es Aufgabe von Klaus Eierhoff, die derzeit weltweit 40 Millionen Kontakte für das E-Commerce zu nutzen. Dies ist ein Mosaikstein auf dem Weg, das strategische Unternehmensziel zu erreichen, Bertelsmann zum "weltweit führenden Medienunternehmen für Content und Medien-E-Commerce" auszubauen.

Für den Überblick beim Content, den Inhalten also, wird der seit Juli amtierende Journalist Rolf Schmidt-Holtz sorgen. Er verfolgt eine 3-Säulen-Strategie: Zum einen sei es seine Aufgabe, "Cross-Media-Brands" zu entwickeln, also neue Inhalte und (neben den bestehenden 1000 Marken) weitere neue Marken zu generieren, die digitalisiert über die verschiedensten Medien und Plattformen zum Verbraucher gebracht werden. Entsprechend müsse er für Nachfrage nach diesen Inhalten sorgen, der Content müsse gebündelt werden. Und drittens müssten externe Joint-Ventures gegründet werden, um passende Partner mit ins Geschäft einzubinden.

Was den Internetpart angeht, spielt der frühere AOL-Zentraleuropa-Präsident, Andreas Schmidt eine zentrale Rolle. Schmidt habe "die schönste Aufgabe", sagte Middelhoff, nämlich "die Gestaltung unserer weltweiten E-Commerce-Geschäfte" in der Bertelsmann-E-Commerce Group als "frühendem globalem Netzwerk". Mit dem Aufbau dieser "Medien E Community" hat Bertelsmann wie üblich die Weltmarktführerschaft im Blick. Am Vorabend ging Middelhofff eine Wette ein, dieses Ziel in zwei Jahren erreichen zu können. Er wettete übrigens um eine Flasche Schampus, da der zögernde Journalist nicht gewillt war, gleich eine ganze Kiste aufs Spiel zu setzen.

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