Wirtschaft : Bertelsmann führt seine Internettöchter im Frühjahr ein

Die Bertelsmann AG bringt ihren Internet-Buchhändler Bertelsmann Online (BOL) im Mai an die Börse. Das kündigte Vorstandschef Thomas Middelhoff am Donnerstag im "Wall Street Journal" an. Bereits im April soll das Internetportal Lycos Europe an die Börse kommen. In beiden Fällen sollen 20 Prozent der Anteile am Markt eingeführt werden. Wie Middelhoff sagte, hat Bertelsmann in Europa mit seinen Portalen und E-Commerce-Angeboten 5,2 Millionen registrierte Nutzer und Abonnenten.

Bertelsmann Online (BOL) wurde im Februar 1999 gestartet und ist heute hinter Amazon.com die Nummer zwei im europäischen E-Commerce. In diesem Jahr will BOL in den asiatischen Raum expandieren. Mittelfristig strebt das Unternehmen das Ziel an, in den jeweiligen Ländern die Marktführerschaft zu erringen. BOL ist in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien, Spanien und der Schweiz vertreten. BOL ist eine 100-prozentige Bertelsmann-Tochter. An Lycos hält Bertelsmann 25,1 Prozent der Gesellschafteranteile. Christoph Mohn, Sohn des Gründers der Bertelsmann AG, Reinhard Mohn, hält weitere 24,9 Prozent. Die restlichen 50 Prozent liegen beim US-Mutterhaus Lycos Inc. Zu Lycos Europe gehören die Internet-Unternehmen Tripod Europe und Comundo. Zusätzlich soll die Suchmaschine Fireball des Verlages Gruner+Jahr eingebracht werden.

Bertelsmann-Vorstand Middelhoff setzt mit den Börsengängen der Internet-Töchter BOL und Lycos fort, was er mit der Multimedia-Beteiligung Pixelpark begann: Der Bertelsmann-Konzern selbst bleibt unabhängig, seine Beteiligungen werden hingegen an den Kapitalmarkt gebracht. Unter Zugzwang gebracht wurde Middelhoff von den Fusionen der Konzerne AOL und Time Warner sowie der Musik-Giganten Warner und EMI. Der Konzern muss jetzt seine Expansion bei E-Commerce und im Internet forcieren.

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