Wirtschaft : Bertelsmann kauft großen US-Verlag

Die deutschen werden damit zum größten Bunchverlag im englischsprachingen Raum MÜNCHEN (AFP/dpa).Die Bertelsmann AG hat die amerikanische Verlagsgruppe Random House Inc.übernommen.Der deutsche Medienkonzern mit Sitz in Gütersloh möchte mit dem Kauf der nach eigenen Angaben "bedeutendsten englischsprachigen Verlagsgruppe der Welt" die führende Stellung im amerikanischen Verlagsgeschäft übernehmen, sagte der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Mark Wössner am Montag in München vor Journalisten.Dem Kauf muß die US-Kartellbehörde noch zustimmen.Die Genehmigung wird zu Jahresmitte erwartet.In den USA liegt Random House etwa gleichauf mit der Verlagsgruppe Penguin.Ramdon House wurde 1925 gegründet.Der Random House-Verkäufer, die US-Verlagsholding Advance Publications, erklärte, sie wolle sich auf das Kerngeschäft mit Zeitungen, Zeitschriften, Wirtschaftsmagazinen und Kabel-Gesellschaften konzentrieren. Zum Kaufpreis und zu den Übernahmebedingungen machte Wössner keine Angaben.Die Ertragsauaasichten des neuen Unternehmens wollte er ebenfalls nicht nennen.Er sagte lediglich: "Ein größeres Unternehmen mit weniger Rendite ist nicht unsere Zielsetzung." Zu den Autoren der Random-Verlagsgruppe gehören unter anderem die Nobelpreisträger Toni Morrison und William Faulkner sowie John Updike.Mit 870 Mrd.US-Dollar Umsatz im vergangenen Jahr war Random House als Tochter der Verlagsholding S.I.Newhouse der zweitgrößte Publikumsverlag in den USA. Wie Wössner weiter sagte, bereitet die Finanzierung des Kaufs keine Mühe.Ein Gang an den Kapitalmarkt sei nicht geplant.Der Einstieg bei Ramdon House sei von seinem Nachfolger an der Bertelsmann -Spitze, Thomas Middelhoff, eingeleitet und ausgehandelt worden. Nach dem Großengagement im Bereich Fernsehen und Pay-TV stärkt Bertelsmann damit wieder das traditionelle Stammgeschäft Buch.Der Kauf von Random House "bedeutet nicht etwa einen versteckten Abschied von den TV-Plänen und die Umschichtung von Investitionsmitteln", betonte Wössner.Branchenexperten schätzen den Kaufpreis für Random House auf etwa 1,7 Mrd.DM, was etwa der geplanten Investition im digitalen Pay-TV-Bereich entspricht. Nach dem geplanten Zusammenschluß mit der amerikanischen Bertelsmann-Tochter Bantam Doubleday Dell (BDD) wäre der neue Verlag mit Abstand der größte in Amerika und das größte Publikums-Buch-Verlagshaus der Welt, sagte Wössner.Die Bertelsmann-Tochter BDD war bislang der fünftgrößte Publikumsverlag in den Vereinigten Staaten.Die vollständige Verschmelzung beider Gruppen unter dem Namen Random House, Inc.und unter der Führung von Peter Olson ist laut Mark Wössner noch im Laufe des Jahres geplant.Die neue Gruppe soll im Buchbereich einen Jahresumsatz von umgerechnet 2,5 bis 3 Mrd.DM erzielen. Die USA werde damit für Bertelsmann künftig zumindest die gleiche Bedeutung haben wie Deutschland."Ich hoffe, dies ist ein großer, historischer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte von Bertelsmann", sagte Wössner. Die Verlage der Random-Gruppe sollen auch künftig ihre verlegerische und publizistische Eigenständigkeit behalten, versicherte Wössner.Mit der Übernahme rüste sich Bertelsmann für den Wandel im Buchgeschäft, sagte Frank Wössner, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Buch AG und Bruder des Konzernchefs.Überall in der Welt würden neue Vertriebswege eingeschlagen, wie etwa Buchhandlungen im Internet. Durch den Zusammenschluß sorge Bertelsmann für die Zukunfstfähigkeit des Unternehmens.Durch ihre internationale Zusammenarbeit könnten die Verlage ihre Positionen in Schlüsselmärkten stärken und ausbauen. Insgesamt behauptet sich das Buch nach Angaben von Wössner allen Unkenrufen zum Trotz sehr gut gegenüber den elektronischen Medien.So war der Buchabsatz in den USA etwa halb so groß wie die Fernsehabsätze, genauso groß wie im Bereich Video und deutlich größer als bei Tonträgern und Rundfunk.In Deutschland liegen Büchern mit 17 Mrd.DM Jahresumsatz vor den elektronischen Medien und nur knapp hinter den Zeitungen als größter Gruppe. Die Bertelsmann AG erzielt mit knapp 60 000 Mitarbeitern weltweit einen Jahreskonzernumsatz von rund 25 Mrd.DM und ist mit Tochtergesellschaften in mehr als 50 Ländern nach eigenen Angaben "das internationalste Medienunternehmen der Welt".Das Unternehmen gehört zu 68,8 Prozent der gemeinnützigen Bertelsmann Stiftung, zu gut 20,5 Prozent der Familie Mohn und zu 10,7 Prozent der gemeinnützigen "Zeit Stiftung".Zu den sechs Unternehmensbereichen gehören die Buch AG, Gruner + Jahr (Presse); BMG Entertainment (Musik), CLT-UFA (Film, Radio, Fernsehen), Bertelsmann Industrie (Druckereien, technische Betriebe) sowie Multimedia.

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