Wirtschaft : Bertelsmann kauft keine Pixelpark-Aktien

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Der neue Aufsichtsratschef der Pixelpark AG, Jürgen Richter, hat Spekulationen zurückgewiesen, der Mehrheitseigentümer Bertelsmann AG erwerbe seit Tagen in großem Umfang Aktien des Berliner Internet-Dienstleisters. "Bertelsmann kauft im Moment keine Pixelpark-Aktien", sagte Richter am Mittwoch dem Tagesspiegel. Bertelsmann hält 60,3 Prozent an dem angeschlagenen Unternehmen, dessen Aktienkurs seit Jahresanfang um mehr als 40 Prozent gestiegen ist. Marktbeobachter hatten dahinter Aktienkäufe des Gütersloher Medienkonzerns vermutet.

Dieser hatte dem Unternehmen unlängst ein weiteres Darlehen von 15 Millionen Euro zugesagt, um die am Neuen Markt notierte Pixelpark AG wieder flüssig zu machen. Mitte Dezember hatten die Berliner bekannt gegeben, dass der Stellenabbau fortgesetzt werde und nochmals mehr als 200 der rund 800 Stellen gestrichen werden. Der einstige Börsenliebling will sich nach dem Scheitern seiner Internationalisierungsstrategie zudem aus einzelnen Ländern und Geschäftssparten zurückziehen. Der Aufsichtsrat billigte am Mittwoch die Liquiditätsvereinbarungen mit der Bertelsmann AG zur "Stabilisierung der finanziellen Situation".

"Auf reduziertem Niveau und mit seinem professionellen Management hat Pixelpark gute Erfolgschancen", sagte Jürgen Richter. Der 60-Jährige löste am Dienstag den bisherigen Aufsichtsratschef Klaus Eierhoff ab. Nach seiner Wahl sicherte Richter dem Pixelpark-Vorstand Unterstützung für dessen Sanierungskonzept zu. Zu Gerüchten, Bertelsmann wolle seinen Anteil an Pixelpark aufstocken, sagte Richter: "Solche Überlegungen gibt es nicht. Erste Priorität hat jetzt die Sanierung des Unternehmens." Richter war von 1994 bis 1997 Vorstandschef des Medienkonzerns Springer. Derzeit ist er Vorstandschef der Fachverlagsgruppe Bertelsmann-Springer.

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