Wirtschaft : Bertelsmann und Sony machen gemeinsam Musik Neuer Konzern greift Marktführer Universal an

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(hps/HB/dpa). Bertelsmann und Sony legen ihre Musiktöchter zusammen. Der Gütersloher Medienkonzern und der japanische Elektronikhersteller wollen dazu ein Gemeinschaftsunternehmen aus BMG (Britney Spears, Pink, Eros Ramazotti) und Sony Music (Celine Dion, Jennifer Lopez, Aerosmith) gründen. Wie Bertelsmann am Donnerstag mitteilte, sei eine nicht bindende Absichtserklärung mit Sony bereits unterzeichnet worden.

Das Unternehmen soll Sony BMG heißen und zu je 50 Prozent im Besitz von Bertelsmann und Sony sein. Ein endgültiger Vertrag solle binnen zwei Monaten zu Stande kommen. Nicht fusioniert werden sollen die Musikverlage, die Auslieferung sowie die Herstellung beider Unternehmen. BMGChef Rolf Schmidt-Holtz soll Chairman of the Board werden, das paritätisch besetzt wird. Sony-Music-Chairman Andrew Lack soll Chief Executive Officer werden.

Sony Music hat derzeit einen Anteil von 14,1 Prozent am Musikmarkt und ist die weltweite Nummer zwei. BMG kommt auf 11,1 Prozent. Nach einer Fusion könnte das Unternehmen dem Marktführer Universal Music seine Position streitig machen. Die Tochter des Medienkonzerns Vivendi Universal, hat einen Marktanteil von 25,9 Prozent.

Der Gütersloher Medienkonzern hatte eine Verschmelzung unter Gleichen angestrebt. Gespräche über eine Fusion mit Warner Music scheiterten insbesondere an diesem Punkt. Mittlerweile spricht Warner Music, Tochter des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, mit dem britischen Musikkonzern EMI über eine Fusion.

Für Bertelsmann-Vorstandschef Gunter Thielen zählt die Musiksparte nicht mehr zu einer Wachstumsbranche. Die fünf großen Konzerne Universal Music, Sony Music, EMI, Warner Music und BMG leiden seit Jahren unter rückläufigen Umsätze im zweistelligen Bereich. Vor allem das illegale Herunterladen von Musik im Internet haben die Labels bisher nicht in den Griff bekommen. In den vergangenen fünf Jahren sank der Umsatz aus dem Verkauf von CDs von knapp 40 Milliarden Dollar auf 32 Milliarden Dollar.

Bertelsmann und Sony haben seit Ende September verhandelt. Wie die „New York Post“ meldet, hätten Schmidt-Holtz und Lack unter Hochdruck nach einer Lösung gesucht. Die Einigung kommt einer möglichen Fusion von Warner Music und EMI zuvor. Branchenexperten rechnen Sony BMG jetzt bessere Chancen bei der Genehmigung der Fusion durch die Wettbewerbshüter ein.

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