Beruf : Deutsche Frauen führen zu selten

Bei den Karriereaussichten für Frauen liegt Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Hierzulande bremsen immer noch Hindernisse den beruflichen Erfolg von Frauen aus.

Berlin - In der Rangfolge der europäischen Länder mit den besten Karriereaussichten für Frauen liegt Deutschland nur im Mittelfeld. Schuld daran sind einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zufolge starre Arbeitsmodelle, das lückenhafte Angebot an Kinderbetreuung sowie die mangelnde Bereitschaft von Unternehmen, auf höchster Führungsebene für die Frauenförderung einzutreten.

Die Untersuchung beleuchtet die Arbeitssituation von Frauen in 23 EU-Ländern. An der Spitze der Rangliste stehen Finnland, Schweden und Norwegen, die Schlusslichter sind Spanien, Italien und Luxemburg. Vorgestellt wird die Studie im Rahmen des 13. Global Summit of Women, das vom 14. bis zum 16. Juni in Berlin stattfindet.

„Die Studie belegt erstmals den Zusammenhang zwischen dem Anteil von Frauen an der Gesamtarbeitszeit und der Anzahl von Frauen in Führungspositionen“, sagte Koautorin Claudia Funke dem Tagesspiegel. Weil Frauen öfter in Teilzeitverhältnissen arbeiteten, sei ihr Anteil an der gesamtgesellschaftlich geleisteten Arbeitszeit geringer. In Deutschland, so Funke, liege dieser Anteil bei nur 38 Prozent, in Finnland dagegen bei 46, in Schweden bei 44 und in Norwegen bei 43 Prozent. Während in Norwegen jeder dritte Top-Führungsposten von einer Frau besetzt sei, liege deren Anteil in Deutschland nur bei elf Prozent. In Italien, wo der Anteil von Frauen an der Gesamtarbeitszeit mit 33 Prozent besonders niedrig sei, werde auch nur jede 30. Top-Führungsposition von einer Frau besetzt. Starre Arbeitsmodelle, die den Wechsel zwischen Voll- und Teilzeitarbeit erschweren, verhindern laut Studie oft den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. müh

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