Beschäftigungsformen : Atypisch oder normal?

Atypische Beschäftigungsverhältnisse unterscheiden sich von den normalen Arbeitsverhältnissen dadurch, dass sie mindestens eins der Kriterien einer üblichen Vollzeitstelle nicht erfüllen. Atypische Beschäftigungen können nur bedingt, den eigenen Lebensunterhalt oder sogar noch den von anderen Familienmitgliedern bestreiten. Dabei muss es sich allerdings nicht immer zwangsläufig um eine prekäre Beschäftigung handeln. Eine Übersicht zu den einzelnen Beschäftigungsformen.

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Geld fehlt an allen Ecken und Kanten. -Foto: dpa

Normalarbeitsverhältnisse

werden in Vollzeit dauerhaft ausgeübt. Der Arbeitnehmer arbeitet direkt im Unternehmen seines Arbeitgebers, mit dem er den Arbeitsvertrag geschlossen hat. Angestellte mit Normalarbeitsverhältnis sind über ihren Arbeitsvertrag in die sozialen Sicherungssysteme wie Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Krankenversicherung integriert. Durch ihre Erwerbstätigkeit haben sie durch die bezahlten Beiträge in die Versicherungen Anspruch auf entsprechende Leistungen. Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).

Zeitarbeiter bzw. Zeitarbeitnehmer oder Leiharbeiter haben ihren Arbeitsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma, welche die Arbeitnehmer dann an andere Unternehmen verleiht. Die Zeitarbeitsfirma erhält von dem Unternehmen, an das sie den Zeitarbeitnehmer ausleiht, einen Stundenlohn. Dieser ist in der Regel nicht mit dem Lohn identisch, den der Zeitarbeiter von der Zeitarbeitsfirma erhält. Die Zeitarbeitsfirma übernimmt zudem keine Gewähr für die Qualität der Arbeit und das Kundenunternehmen ist losgelöst von arbeitsrechtlichen Ansprüchen. Nachteile der Zeitarbeit liegen in der oft schlechteren Bezahlung als die der Festangestellten und dem befristeten Arbeitsverhältnis. Möglich macht diese Form von Arbeitsverhältnis das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.

Geringfügige Beschäftigungen umfassen nach dem Gesetz sogenannte Mini-Jobs auf 400-Euro-Basis. Eine Krankenversicherung entfällt bei diesem Beschäftigungsverhältnis. Der Arbeitnehmer muss sich selbst versichern. Der Arbeitgeber muss Pauschalbeträge für Sozial- und Rentenversicherung abführen. Bei Beschäftigungsverhältnissen mit Einkommen ab 401 bis 800 Euro Vergütung, die auch Midi-Jobs genannt werden, gelten gesonderte Bestimmungen hinsichtlich der Abzüge, um den Arbeitnehmer nicht zu stark zu belasten. Hier muss der Arbeitgeber ebenfalls Pauschalbeträge für Versicherungen in vollem Umfang von 21 Prozent abführen. Der Anteil des Arbeitnehmers staffelt sich dagegen von circa vier bis zu 21 Prozent - je nach Höhe des Einkommens. Außerdem fallen unter geringfügige Beschäftigungen auch kurzfristige Arbeitsverhältnisse, die 50 Kalendertage nicht überschreiten, wie es zum Beispiel bei Saison-Arbeit oft der Fall ist. Zu den geringfügigen Beschäftigungen zählen daneben auch Arbeitsverhältnisse in Teilzeit. Sie unterscheiden sich von Normalarbeitsverhältnissen nur dadurch, dass die Arbeitszeit kürzer ist, zum Beispiel zehn oder 20 Stunden die Woche, statt 40. Entsprechend gibt es natürlich weniger Geld, die Rechte und Pflichten sind aber die Gleichen wie bei den Vollzeitbeschäftigten.

Befristete Beschäftigungen sind per Vertrag von vornherein zeitlich begrenzt. Dabei kann das Arbeitsverhältnis von einem Tag bis hin zu maximal zwei Jahren dauern. Ein Grund für die Befristung muss vom Arbeitgeber nicht angegeben werden. Der Vertrag kann nach der sogenannten Kettenbefristung bis zu dreimal verlängert werden und darf einen Zeitraum von zwei Jahren nicht überschreiten. Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann aber auch mit Angabe eines sachlichen Grundes abgeschlossen werden, wenn es sich zum Beispiel um eine Schwangerschaftsvertretung handelt. Der Vertrag endet automatisch, wenn das vertraglich vereinbarte Datum erreicht ist. Daneben gibt es auch befristete Verträge, die an einen bestimmten Zweck gebunden sind, sie enden, wenn der Zweck, zum Beispiel der Abschluss eines Projekts, erfüllt ist. Rechtlich werden solche Beschäftigungsformen im Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge geregelt. (imo)

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