Wirtschaft : Beschäftigungspolitik: Wie Europa zu mehr Arbeitsplätzen kommt

Alfons Frese

Arbeitslosigkeit hat viele Ursachen, entsprechend gibt es nicht das Rezept für mehr Arbeitsplätze. Doch erstaunlich ist gleichwohl, dass über Strategien gegen die Massenarbeitslosigkeit seit Jahren diskutiert wird und überzeugende Instrumente noch immer fehlen. Ein Vergleich diverser Modelle kann da nicht schaden, hat sich das "Frankfurter Institut - Stiftung Marktwirtschaft und Politik" gedacht und zu einer Tagung über "Beschäftigungspolitik in Europa" geladen. Die Beiträge, zumeist von Wissenschaftlern, liegen nun gedruckt vor. Die Leitlinie steht im Klappentext: "Mehr Beschäftigung ist nur mit mehr Markt und mehr Wettbewerb zu haben." Untersucht werden ordnungspolitische Leitbilder, Auswirkungen von Korporatismus und Regulierung und die Rolle des Staates für die Beschäftigung. Überraschend originell sind die Befunde nicht, bisweilen sogar etwas ratlos. Wolfgang Franz etwa, ehemals Mitglied des Sachverständigenrats, kommt zu dem Ergebnis, dass die Lohnfestsetzung im deutschen Tarifvertragssystem nicht zwingend Einfluss auf die Beschäftigung hat. Die Komplexität des Themas sei sehr hoch. Ähnlich geht es auch den übrigen Experten. Stanley Siebert, Professor in Birmingham, beantwortet die Frage nach dem Zusammenhang von Regulierungen und korporatistischen Systemen auf der einen und dem Arbeitsmarkt auf der anderen Seite mit "einem definitiven Vielleicht".

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