Wirtschaft : Bessere Kontrolle über Antibiotika

Nach Berichten über einen massiven Einsatz von Antibiotika in der Tiermast will Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein umfassendes Maßnahmenpaket schnüren. Vor allem soll die Verabreichung von Antibiotika besser als bisher dokumentiert werden. „Die Überwachungsbehörden der Länder werden damit in die Lage versetzt, den Arzneimittelstrom vom Tierarzt über Tierhalter bis hin zum Tier mengenmäßig gezielt zu erfassen“, sagte Aigner. Durch die verschärften Regeln sollen die bei der Tierhaltung verwendeten Antibiotika-Mengen minimiert werden. Die Aufnahme von zu viel Antibiotika über die Nahrung kann beim Menschen dazu führen, dass das Mittel nicht mehr wirkt. Kürzlich war eine Studie aus Nordrhein-Westfalen bekannt geworden, wonach in 83 Prozent der untersuchten Hähnchenmastbetriebe bis zu acht verschiedene Antibiotika ins Futter gemischt worden waren.

Aufgrund der schärferen Melde- und Aufzeichnungspflichten, die vor allem die Tierärzte betreffen, sollen Mitte 2012 erstmals genaue Daten über die verabreichten Arzneimittel veröffentlicht werden. Seit Anfang 2011 wird in einer Datenbank bereits die Antibiotika-Vergabe an Kühe und Schweine dokumentiert, nicht aber der Einsatz in der Geflügelhaltung. Nordrhein-Westfalens Agrarminister Johannes Remmel (Grüne) begrüßte, dass die bisherige „Verschleierungstaktik beim Antibiotika-Einsatz in der Hähnchenmast“ ein Ende habe. dpa

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