Wirtschaft : Bestechung lohnt sich nicht

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Von Bernd Hops

Es hat lange gedauert, bis deutsche Firmen und Politiker den Ernst der Lage begriffen haben: Auch deutsche Unternehmen und Behörden helfen gern mal ein bisschen nach, wenn es darum geht, einen Auftrag oder eine Ausschreibung zu gewinnen. Das Bild vom aufrechten Beamten im Baudezernat und dem tüchtigen Unternehmer, der ein faires Angebot macht, es stimmt zwar oft – aber eben nicht immer. Das haben Behörden und Unternehmen nicht wahr haben wollen, bis sie es von Antikorruptionsorganisationen wie Transparency International immer wieder gesagt bekamen. Und bis immer mehr Fälle öffentlich wurden.

Jetzt aber scheint es ein Umdenken zu genen. Auch Unternehmen aus besonders anfälligen Branchen erkennen, dass sich Bestechung nicht lohnt. Vorreiter ist der Konzern Hochtief. Wer schmiert, der fliegt. Selbst den sonst sehr beliebten Umweg, etwa im Ausland über Makler zu bestechen, hat sich das Unternehmen abgeschnitten. Andere Unternehmen ziehen nach.

Dass noch mehr drin ist, beweist die Länderrangliste von Transparency International. Trotz aller Fortschritte ist Deutschland gerade einmal auf Platz 16 – hinter Finnland, und Hong Kong und kaum besser als etwa Chile. Und es ist längst nicht ausgemacht, dass der Pfad zum Besseren stabil ist: Je rarer öffentliche Aufträge werden, desto größer wird die Gefahr, dass sich die Lage wieder verschlechtert. Deshalb reicht es nicht, wenn Unternehmen der Bestechung abschwören. Auch Behörden und Vergabeausschüsse müssen lernen, sich besser zu kontrollieren.

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