Bestechung : Nigeria zeigt Siemens die Tür

Die Schmiergeldzahlungen von Siemens in Nigeria haben auch dort erste Konsequenzen. Die Regierung will vor Abschluss der Ermittlungen keine Geschäfte mehr mit den Deutschen machen. Selbst bereits vergebene Aufträge wurden eingezogen.

AbujaNigeria will mit Siemens wegen laufender Korruptionsermittlungen gegen den Konzern vorerst keine Geschäfte mehr machen. Das Unternehmen werde von weiteren öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen, bis die Untersuchungen wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen in Nigeria abgeschlossen seien, sagte der nigerianische Regierungssprecher John Odey nach einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Abuja. Auch ein kürzlich von Siemens gewonnener Auftrag für die Lieferung von Ausrüstung für die Energieversorgung werde zurückgezogen und neu ausgeschrieben, sagte er.

Vor kurzem hatte der nigerianische Präsident Umaru Yar'Adua angekündigt, mögliche Schmiergeldzahlungen an nigerianische Beamte untersuchen zu lassen. "Die nigerianische Regierung legt hohen Wert auf Transparenz und null Toleranz gegen Korruption", sagte der Regierungssprecher. Deshalb solle aus "moralischen Gründen" abgewartet werden, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Wie das "Wall Street Journal" vor kurzem unter Berufung auf deutsche Ermittlungsakten berichtet hatte, soll Siemens eingeräumt haben, rund zwölf Millionen Euro an Bestechungsgeldern an Regierungsbeamte in mehreren Ländern bezahlt zu haben, darunter allein rund zehn Millionen Euro in Nigeria. (mac/dpa)

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