Bestechungsprozess : VW soll Zeugen an Aussagen hindern

Beim Prozess gegen den Ex-Betriebsratschef Volkert um Bestechung und Lustreisen bei VW eskaliert der Streit zwischen Verteidigung und dem Konzern. Volkerts Anwalt bezichtigt Volkswagen, Zeugen an wahrheitsgemäßen Aussagen zu hindern.

BraunschweigIm Prozess der VW-Affäre gegen den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert und Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer hat die Verteidigung schwere Vorwürfe gegen den VW-Konzern erhoben. Volkert-Verteidiger Johann Schwenn sagte zu Beginn des dritten Verhandlungstages vor dem Landgericht Braunschweig, VW versuche, Zeugen an wahrheitsgemäßen Angaben zu hindern. Dies sei "unverfroren". Volkswagen hatte am Montag Vorwürfe, der frühere VW-Vorstandschef und jetzige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch habe doch von den Unregelmäßigkeiten bei dem Autobauer gewusst, scharf zurückgewiesen und erklärt, VW prüfe wegen "rufschädigender Behauptungen" eine Strafanzeige wegen Verleumdung.

Schwenn sagte, es liege nahe, dass VW mit dieser "Drohung" versuche, noch zu vernehmende Zeugen von der Wahrheit abzuhalten. Am Montag hatte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft beschlossen, nach neuen Hinweisen eines Informanten zur Rolle Piëchs weitere Zeugen aus dem Umfeld des früheren VW-Vorstandschefs zu hören. Darunter sind Ex-VW-Finanzvorstand Bruno Adelt und der heutige Audi-Chef Rupert Stadler, der früher das Generalsekretariat Piëchs bei VW geleitet hatte.

Am heutigen dritten Verhandlungstag des Prozesses gegen Volkert und Gebauer beginnt die Vernehmung erster Zeugen, und zwar aus der VW-Konzernrevision und der Besoldungsstelle. Volkert und Gebauer sind in der Affäre um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten vor allem wegen Anstiftung zur Untreue beziehungsweise Untreue angeklagt. (mit dpa)

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