Bester Finanzminister : Finanzkrise kostet Steinbrück den Titel

Alljährlich küren Wirtschaftsexperten den besten europäischen Finanzminister. Im vergangenen Jahr triumphierte Peer Steinbrück. Nun muss der deutsche Vertreter den Titel an seinen finnischen Kollegen abgeben - wegen eines "schrecklichen Ausrutschers".

Steinbrück
In Europa die Nummer zwei unter den Finanzministern: Peer Steinbrück. -Foto: dpa

LondonBundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) muss seinen "Titel" als bester Kassenwart Europas an seinen finnischen Amtskollegen abgeben. In der neuen Jahres-Rangliste der britischen "Financial Times" landete Steinbrück hinter dem Finnen Jyrki Katainen aber immerhin noch auf Platz zwei. Schlusslichter sind Portugals Finanzminister Fernando Teixeira Dos Santos und der Ire Brian Lenihan. Weniger gute Werte erhielten im Strudel der Finanzkrise auch der britische Schatzkanzler Alistair Darling und der Spanier Pedro Solbes.

Steinbrück habe zwar streng auf den Haushalt geachtet, als Politiker habe er sich jedoch einen "schrecklichen Ausrutscher" geleistet, hieß es am Dienstag in der Zeitung. Er habe zu lange argumentiert, dass die Finanzkrise keine Gefahr für die deutsche Wirtschaft sei. Finnland kommt demzufolge in der Finanzkrise am besten zurecht. Finanziell sei das Land stabil, für kommendes Jahr werde ein "gesunder Budget-Überschuss" erwartet. Katainen habe schon frühzeitig - im Oktober 2007 - zu mehr internationaler Kooperation aufgerufen.

Für das jährliche Ranking bewerten Wirtschaftsexperten unter anderem die Entwicklung des Haushaltsdefizits in den vergangenen Jahren, die Steuerquote im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt und die Höhe der Lohnnebenkosten. Zudem floss das politische Auftreten der 19 bewerteten Minister mit ein. (sf/dpa)

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