Wirtschaft : Beta Systems startet mit Turbulenzen ins Jahr 1998

BERLIN (mot).Das Berliner Softwarehaus Beta Systems hat das Geschäftsjahr 1997 mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen, ist aber - erwartungsgemäß - mit einem Fehlbetrag ins Jahr 1998 gestartet.Auf der ersten Hauptversammlung nach dem Gang an den Neuen Markt der Frankfurter Börse am 30.Juni 1997 erklärte Finanzvorstand Christiane Hotz-Firlus am Montag in Berlin, das erfreuliche Wachstum im vergangenen Jahr sei gleichwohl hinter den Erwartungen des Vorstandes zurückgeblieben.Qualitätsprobleme, die zum Jahresende bei zwei neuen Versionen der Beta-Systems-Produkte aufgetreten seien, hätten zu Umsatzausfällen geführt."Insbesondere bei sehr großen Kunden kam es zu Performanceeinschränkungen und fehlerhafter Funktionalität", so Hotz-Firlus.Erst Anfang Mai 1998 sei wieder eine "stabile Produktsituation" geschaffen worden.Beta Systems erstellt Standardsoftware, die die Automatisierung von Abläufen in großen Rechenzentren zum Ziel hat.Bei mehr als 1600 Kunden werden nach Unternehmens-Angaben Beta-Produkte genutzt.

Für 1997 weist die Beta Systems Software AG ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 68 Mill.DM auf.Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich den Angaben zufolge um 60 Prozent auf 8,3 Mill.DM, der Jahresüberschuß konnte von 1,1 Mill.DM auf 2,7 Mill.DM mehr als verdoppelt werden.Im ersten Quartal 1998 stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 13,2 Mill.DM, vor allem wegen des erfolgreichen Geschäfts in den amerikanischen und europäischen Niederlassungen.Da sich das eigentliche Geschäft - etwa der Verkauf von Neulizenzen - traditionell in der zweiten Jahreshälfte abspiele und zudem aufgrund des Wachstums hohe Personal- und Sachkosten angefallen seien, werde das erste Quartal mit einem Fehlbetrag in Höhe von 1,6 Mill.DM (1996: 0,8 Mill.DM) abgeschlossen."Mit diesem Ergebnis, das besser ausfiel als unser Plan, sind wir durchaus zufrieden", versicherte Hotz-Firlus.Angesichts einer Eigenkapitalausstattung von 76 Prozent (80,2 Mill.DM) und Bartiteln in Höhe von rund 70 Mill.DM Ende 1997 sei Beta Systems "bestens gerüstet für zukünftiges Wachstum".Mit Blick auf Akquisitionen habe man "Möglichkeiten eruiert und weiterführende Gespräche geführt", sagte Christiane Hotz-Firlus, "hauptsächlich in den USA".

60 Prozent seines Umsatzes macht das Berliner Unternehmen, das weltweit 248 Mitarbeiter (1996: 210) beschäftigt, im deutschsprachigen Europa (Deutschland, Österreich und Schweiz), 26 Prozent in den USA.Dort soll nach den Worten des Vorstandes die Kundenbasis rasch vergrößert werden und die Vertriebsmannschaft ausgebaut werden.

Die Hauptversammlung, an der 300 Aktionäre teilnahmen, stimmte am Montag unter anderem für die künftige Umstellung von Nennwert- auf Stückaktien, mit der sich Beta Systems nach Auskunft des Vorstandes auf den Euro vorbereiten will.Darüber hinaus wurde eine Verdopplung des Grundkapitals von neun auf 18 Mill.DM aus Gesellschaftsmitteln beschlossen.Auf eine Dividende müssen die Aktionäre erwartungsgemäß verzichten: Schon beim Börsengang hatte die Unternehmensleitung angekündigt, Gewinne zur Finanzierung zukünftigen Wachstums verwenden zu wollen.

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