Beteiligung : Russischer Milliardär will noch mehr vom TUI-Kuchen

Drei Prozent sind zu wenig: Der Stahl-Zar Alexej Mordaschow plant offenbar seinen Anteil am deutschen Reisekonzern Tui auf 20 Prozent zu erhöhen. Tui-Chef Frenzel käme das sehr gelegen.

Tui
Rückenwind für Frenzel: Stahl-Milliardär Alexej Mordaschow beteiligt sich an Tui. -Foto: dpa

Frankfurt/MainAngeblich strebt der russische Stahlmilliardär Alexej Mordaschow eine Beteiligung von 20 Prozent an, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne nähere Quellenangabe. Mordaschow ist demnach "ernsthaft daran interessiert", den Anteil zu erhöhen. Mit 20 Prozent würde Mordaschow zum mit Abstand größten Einzelaktionär der Tui werden. Bei Tui war zunächst keine Auskunft zu erhalten.

Gemessen am aktuellen Börsenwert der Tui müsste Mordaschow insgesamt knapp eine Milliarde Euro investieren, um ein Fünftel der Aktien zu kaufen. Die Finanzierung, darauf weist die Zeitung hin, dürfte für ihn aber kein Problem sein. Der Stahlmagnat gilt als einer der reichsten Männer Russlands. Er ist Mehrheitseigentümer und Vorstandvorsitzender des größten russischen Stahlherstellers Severstal, der 22 Milliarden Dollar wert ist.

Frenzel: Meilenstein in der Tui-Geschichte

Der Einstieg Mordaschows mit drei Prozent war mit Tui-Chef Michael Frenzel abgestimmt. Die Beteiligung sei der erste Schritt zu einer strategischen Partnerschaft und unterstütze den gegenwärtigen Kurs des Tui-Managements, hatten beide Seiten am Montag mitgeteilt. Frenzel hatte erklärt, die neue Verbindung markiere einen Meilenstein in der Entwicklung der Tui und eröffne neue Möglichkeiten auf dem russischen Markt. Mordaschow hatte gesagt, er glaube an die Tourismusindustrie, die insbesondere in Russland jedes Jahr kräftig wachse.

Mit der neuen Beteiligung kann Frenzel seine Strategie absichern, die in der Vergangenheit immer wieder wegen einer schwachen Kursentwicklung der Aktie bei Finanzinvestoren unter Beschuss geraten war. Kapitalanleger fordern unter anderem eine Zerschlagung des Konzerns in seine beiden Sparten Reise und Schifffahrt. Zuletzt hatte der US-Investor Guy Wyser-Pratte Frenzel ins Visier genommen. Er war mit einem Prozent bei Tui eingestiegen und ist seitdem auf der Suche nach Verbündeten für einen Vorstoß zur Ablösung des Tui-Chefs.

Frenzel steht seit 1994 an der Spitze des Konzerns. Sein Vertrag, der im nächsten Jahr ausgelaufen wäre, ist gerade erst Anfang November vom Aufsichtsrat vorzeitig verlängert worden. Die Tui kann sich schon bisher auf einen Anteil befreundeter Aktionäre von rund 20 Prozent stützen - hauptsächlich sind das ausländische Hoteliers. (mit dpa)

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