Wirtschaft : Beteiligungs-AG im Aufwind

Ergebnis klettert um 54 Prozent FRANKFURT (MAIN) (ro).Entgegen der weitverbreiteten Klagen über den Standort Deutschland und die angebliche Strukturschwäche steckt in deutschen Unternehmen, vor allem im Mittelstand ",erhebliches" Potential.Diese Einschätzung wird nach Ansicht von Karl-Heinz Fanselow, Vorstandschef der Deutsche Beteiligungs AG (DBAG), durch den Erfolg seines Hauses bestätigt.Das Tochterunternehmen der Deutschen Bank, das sich gezielt an mittelständischen Unternehmen beteiligt, diese Firmen fördert und dann verkauft oder an die Börse bringt, konnte den Vorsteuer-Gewinn im Geschäftsjahr 1996/97 (31.Oktober) um 54 Prozent auf gut 27 Mill.DM steigern.Im laufenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis nahezu verdreifacht und auf 75 Mill.DM erhöht werden. Fanselow ist besonders stolz darauf, daß durch die Übernahmen und Mehrheitsbeteiligungen der DBAG kein Unternehmen zerschlagen wurde und keine Arbeitsplätze verloren gingen.Im Gegenteil: Es würden zum Teil sogar neue Stellen geschaffen.Die DBAG agiere jeweils im Einverständnis mit dem Management der betroffenen Firma oder erwerbe die Anteile auf Firmen-Auktionen, wo immer nur der Bieter mit der höchsten Offerte zum Zuge kommt.Wie profitabel das Geschäft im vergangenen Jahr war belegt der Manager mit der Übernahme des Verpackungsmittel-Herstellers Schoeller & Hoesch in Gernsbach.Im Mai 1997 zahlte die DBAG nach Angaben von Fanselow 102 Mill.DM.Teile der Firma wurden mittlerweile bereits weiterverkauft, für stattliche 260 Mill.DM.Insgesamt hat die DBAG 1996/97 rund 250 Mill.DM in den Erwerb von Firmen- oder von Firmenanteilen gesteckt, in erster Linie in Deutschland.Bei diesen Übernahmen ist meistens auch das jeweilige Management beteiligt.Die Deutsche Bank-Tochter steigt auch bei Unternehmen ein, die sich für den Gang an die Börse vorbereiten.Im vergangenen Jahr hielt die DBAG Beteiligungen an rund 70 Unternehmen.Die Erträge aus Beteiligungsverkäufen beliefen sich auf knapp 49 Mill.DM. Die Dividende für 1996/97 soll zwar bei 70 Pfennig bleiben.Dafür aber erhöht die DBAG den bereits für das vergangenen Geschäftsjahr gezahlten Bonus von 15 auf 70 Pfennig.Die Dividende für das laufende Geschäftsjahr soll weiter steigen.Allein mit dem Kurs der DBAG-Aktie ist Vorstandschef Fanselow nicht zufrieden, obwohl er seit Ende vergangener Woche von rund 26 auf 34 DM emporgeschnellt ist.

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