Wirtschaft : Beteiligungsgesellschaften stellen Rekordbetrag zur Verfügung

BERLIN (mwb/HB).Deutschland holt als Markt für Beteiligungskapital auf.Für 1998 meldet der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Berlin, ein Rekordjahr.Bei Neuinvestitionen, erreichtem Fondsvolumen, Portfolio sowie der Frühphasenfinanzierung gab es neue Höchstmarken.

Getragen wird die Entwicklung von der enormen Steigerung der Investitionen im Frühstadium und regen Gründungsaktivitäten in den Technologiebranchen, sagte der BVK-Vorstandsvorsitzende Albrecht Hertz- Eichenrode.Trotz der überaus positiven Entwicklung sieht Hertz-Eichenrode den deutschen Beteiligungsmarkt durch Wirtschafts- und Steuerpolitik der Bundesregierung bedroht.Die Verschlechterung der steuerlichen Rahmenbedingungen würde dazu führen, daß das Gesetz für Unternehmensbeteiligungen nicht die beabsichtigte Akzeptanz finden werde.Zudem würden Fonds zunehmend ihren steuerlichen Sitz ins Ausland verlagern.Der BVK fordert aus diesen Gründen eine Steuerverschonung von Veräußerungsgewinnen aus Unternehmensbeteiligungen, wenn diese Mittel im Investitionskreislauf verbleiben.Damit könnten langfristig noch größere Volumina für Engagements bereitstehen.

Das Fondsvolumen der 115 Mitgliedsunternehmen des BVK stieg im Jahresverlauf 1998 um 3,1 Mrd.DM auf 16,7 Mrd.DM zum 31.Dezember.Das Kapital stamme überwiegend aus Deutschland.Dabei entfällt der Löwenanteil nach den Untersuchungen des BVK auf Kreditinstitute und Versicherungen.Das Volumen der Neuinvestitionen der BVK-Mitglieder erhöhte sich im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf 3,3 Mrd.DM.Dabei erhielten 834 Unternehmen erstmals Eigenkapital in Höhe von insgesamt 2,6 Mrd.DM.270 bereits bestehende Engagements wurden um insgesamt 720 Mill.DM aufgestockt.Das gesamte Portfolio erhöhte sich auf 9,5 (Vorjahr 7,0) Mrd.DM in 3789 (3496) Unternehmen.

Die Investoren werden immer risikofreudiger.Mit rund 1 Mrd.DM floß zwar der absolut größte Betrag in Expansionsfinanzierungen.Dennoch hat sich der Anteil prozentual stetig auf jetzt 30 Prozent verringert.Dagegen stiegen die Investitionen im Early stage auf einen Anteil an den Gesamtinvestitionen von 25 Prozent.Auf Management-Buy-out (MBO) entfielen 24 Prozent aller Investitionen.Die Kapitalnachfrager kommen vor allem aus den Technologiebranchen wie EDV Hardware und Software, Kommunikationstechnologien, Biotechnologie und Medizintechnik sowie Chemie, auf die zusammen 41 Prozent der Investitionen entfallen.Unter den Bundesländern sind Nordrhein-Westfalen und Bayern mit 26 Prozent beziehungsweise 25 Prozent die aktivsten Regionen.Rund 15 Prozent der Mittel wurden in Ostdeutschland investiert.

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