Wirtschaft : Betören mit Jennifer Lopez

Zur Imagepflege geben Stars ihren Namen für Parfums – Promidüfte mit Rabatt im Duty-Free-Shop

Nicole Heissmann

Die Duftnoten wechseln, ein Marketing-Trend bleibt aber ungebrochen: Düfte mit berühmten Namen. Tennisstars wie Gabriela Sabatini, Supermodels wie Naomi Campbell oder Popstars wie Jennifer Lopez leihen Parfums ihr Gesicht. Auch Modefirmen geben den guten Namen gern an einen Duft weiter: So ist es bei Hugo Boss oder Jil Sander, und gerade hat auch Gerry Weber einen neuen Lizenzvertrag abgeschlossen. Im Sommer 2004 soll die erste Damenduftserie auf den Markt kommen.

Aber wie viel von Jennifer Lopez oder Naomi Campbell steckt drin in dem Duft, der ihren Namen trägt? Nicht immer hält die Namensgeberin tatsächlich ihre Nase über den Flakon und entscheidet mit dem Hersteller, welcher Duft denn nun am besten ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Bei Cosmopolitan Cosmetics heißt es aber, dass Prominente wie Naomi Campbell tatsächlich ihr Parfum persönlich abnehmen: „Wir legen Wert auf einen größtmöglichen Input des Lizenzgebers. Das gilt für den Duft ebenso wie für das Design der Verpackung“, sagt Klaus Wolfram, Sprecher von Cosmopolitan Cosmetics. So stehe im Mittelpunkt von „Naomagic“ der Duft von Naomi Campbells Lieblingsblume: dem Maiglöckchen.

Entscheidend für die Namensgeber ist, dass das Parfum zum Image der Marke passt. „Glow“ von Jennifer Lopez ist ein frischer, strahlender und verführerischer Duft. Der Flakon erinnert an eine Frauensilhouette, der Strassschmuck daran passt zum Lopez-Stil. Auch Modedesignerin Jil Sander hat sich intensiv um das Design der Flacons gekümmert, auf denen ihr Name steht. Und Boss-Chef Werner Baldessarini arbeitete eng mit den Parfumeuren zusammen, bis der „Duftanzug“ auch richtig zu Boss passte.

Wer als Kunde auf Originaldüfte Wert legt, sollte von günstig angebotenen Parfums in Verpackungen, die anders aussehen als der Flakon in der Parfümerie, die Finger lassen. Originaldüfte werden nämlich nicht „lose“ verkauft und können folglich auch nicht in andere Verpackungen umgefüllt werden: „Das geht schon rein technisch gar nicht“, sagt Kerstin Simmer vom Kosmetikhersteller Lancôme. „Herstellung und Abfüllung finden bei uns im selben Maschinenkomplex statt. Da lässt sich nichts auskoppeln.“ Und bei Düften mit dem Etikett-Zusatz „riecht so ähnlich wie“ handelt es sich natürlich um Imitate.

Wer trotzdem etwas günstiger an Markendüfte kommen möchte, sollte sich vor der nächsten Flugreise die Preise seiner Lieblingsdüfte notieren und dann mit denen in den Duty-Free-Shops vergleichen. Oft lohnt sich das nämlich immer noch – zumindest bei Parfums. So lassen sich bei einigen Markendüften 40 Prozent im Vergleich zum normalen Ladenpreis sparen, ermittelte das ZDF-Magazin Wiso.

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