Betriebsrat : Hück wird Nummer zwei

Uwe Hück bleibt wohl auch in Zukunft Chef des Porsche-Betriebsrats. Im neuen Konzern ist aber ein anderer der wichtigste Arbeitnehmervertreter.

Hannes Heine
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Uwe Hückdpa

Berlin - Der Betriebsratschef bei Porsche, Uwe Hück, hat die Einigung im Streit mit Volkswagen (VW) begrüßt. „Porsche bleibt eigenständig“, sagte Hück bei der Betriebsversammlung am Donnerstag im Porsche-Werk in Stuttgart. VW und Porsche planten, einen integrierten Konzern zu schaffen. Die Kapitalspritze der Familie Porsche und der Einstieg des arabischen Emirates Katar seien gute Nachrichten für den Autobauer, sagte Hück. Bis zuletzt hatte sich der Betriebsrat jedoch gegen die Fusion mit VW gewehrt. Die Übernahme durch VW sei „unanständig“ gewesen, sagte er.

Spekulationen, wonach sich der 47-Jährige keinem VW-Gesamtbetriebsrat unterordnen wolle, wurden aus Gewerkschaftskreisen nicht bestätigt. Hück werde wahrscheinlich auch im neuen Konzern als Betriebsratschef des Hauses Porsche tätig sein, sagten hohe IG-Metall-Funktionäre. Wichtigster Arbeitnehmervertreter ist nun VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Der erklärte, es komme jetzt auf ein Konzept an, das dem Wohl beider Belegschaften diene. Die Arbeitnehmervertreter forderten am Donnerstag eine Beteiligung der Mitarbeiter am Konzernkapital. Die Belegschaft solle als Aktionaer ihre Interessen auf einer Hauptversammlung vertreten können.

Uwe Hück, der in Gewerkschaft und SPD aktiv ist, gilt als Anhänger des scheidenden Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking. Hück begann 1985 als Lackierer bei Porsche, seit 1994 ist er als Betriebsrat freigestellt. Vier Jahre später saß er als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Konzerns. Vor sechs Jahren kündigte Hück eine Kampfkandidatur um den Posten des IG-Metall-Chefs an – ihm hatte die Linie des eher linken Flügels der Gewerkschaft nicht gepasst. In der IG Metall ist der Thaiboxer umstritten: Den Streik um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland 2003 unterstützte er nicht, heißt es.

Im kommenden Frühjahr muss sich Uwe Hück seiner Belegschaft bei den ersten Betriebsratswahlen nach der Übernahmeschlacht stellen.Hannes Heine

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