Wirtschaft : Betriebsratswahl bei AVM gescheitert

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Berlin - Die Gründung eines Betriebsrats bei einer Tochterfirma des Berliner Kommunikationsunternehmens AVM ist gescheitert. Von den etwa 160 Beschäftigten der vor kurzem ausgegliederten Tochterfirma Rat, Service und Support (RSS) ließ sich am Freitag niemand zum Wahlvorstand aufstellen. Die Initiatoren der Betriebsratsgründung hatten zuvor das Gründungsprozedere abgeblasen. Sie begründeten dies mit der angeblichen Drohung der Geschäftsleitung, Beschäftigte zu entlassen.

AVM stellt unter anderem DSL- und ISDN-Modems sowie Rooter für die Internetnutzung („Fritz!Box“) her und beschäftigt insgesamt 480 Mitarbeiter.

In einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die dem Tagesspiegel vorliegt, schrieben die Betriebsrat-Initiatoren, man wolle zwar „eigene Arbeitsplätze für die Errichtung eines Betriebsrats in die Waagschale werfen, nicht aber die Arbeitsplätze von circa 150 Kollegen“. Angesichts der „offensichtlich vorhandenen Probleme“ bei AVM hielten sie eine Mitarbeitervertretung dennoch für notwendig. AVM-Sprecher Urban Bastert wies die Vorwürfe aus der Belegschaft zurück. „Ich kenne die Vorwürfe nicht. Aber den Mitarbeitern wurde in keiner Weise gedroht, wegen des Betriebsrats ihre Arbeitsplätze zu verlieren.“ Grundsätzlich würden solche Methoden bei AVM nicht angewendet. Die Behauptung, die Geschäftsführung werde einen Betriebsrat nicht akzeptieren, weise er „auf das Schärfste zurück“, sagte Bastert.

IG-Metall-Gewerkschaftssekretärin Petra Jentzsch betonte, dass die Auseinandersetzung zum Thema Mitbestimmung bei der RSS noch lange nicht vorbei sei. „Es ist ein kleiner Erfolg für die Mitarbeiter, dass wir wenigstens darüber diskutieren“, sagte Jentzsch. Die Kündigungsdrohung der Geschäftsleitung sei sehr ernst zu nehmen. Statt eines Betriebsrates wird nun laut Mitarbeitern an einem internen Mitbestimmungsmodell für die RSS gearbeitet. Wie weit die Geschäftsleitung den Mitarbeitern bei einer freiwilligen Vertretung entgegenkomme, müsse sich zeigen, so Jentzsch. jmi

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