Wirtschaft : Betriebsrente: neuer Freibetrag

Aber Sozialabgaben steigen

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Wenn Arbeitnehmer auf einen Teil ihres Gehalts verzichten und diesen stattdessen in die betriebliche Altersvorsorge stecken (Entgeltumwandlung), können sie dies derzeit steuer und sozialabgabenfrei bis zu einer Höchstsumme von 2472 Euro (vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze) tun. Beiträge des Arbeitgebers zu Direktversicherungen und Pensionskassen können zudem bis zu 1752 Euro im Jahr pauschal mit 20 Prozent versteuert werden. Diese Pauschalsteuer fällt künftig weg. Stattdessen will Rot-Grün die Gesamthöhe der steuerlichen Förderung um 1800 Euro auf 4270 Euro aufstocken. Zudem sollen nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossene Direktversicherungen, Verträge mit Pensionsfonds und -kassen bei einem Jobwechsel mitgenommen werden (Portabilität).

Verbraucherschützer sind dennoch enttäuscht. Sie hatten gehofft, dass der Gesetzgeber bei der staatlich geförderten Betriebsrente die übliche Zillmerung verbietet. Diese führt dazu, dass die Beiträge der ersten Jahre von der Vertreterprovision oder sonstigen Kosten aufgefressen werden.

Aber auch die Anbieter sind unzufrieden. Sie kritisieren, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die über die Entgeltumwandlung hinaus den neuen Freibetrag von 1800 Euro in Anspruch nehmen wollen, zwar keine Steuern, wohl aber Sozialbeiträge zahlen müssen. „Die volle Verbeitragung macht die Nutzung des steuerlichen Rahmens vor allem für die unteren Einkommensgruppen unattraktiv“, sagte Michael Hessling, für Firmenkunden und Maklervertrieb zuständiges Vorstandsmitglied der Allianz Leben, dem Tagesspiegel. Konsequenz: Arbeitgeber und Arbeitnehmer würden auch bei bestehenden betrieblichen Versorgungssystemen die Zuwendungen kürzen. Hessling appellierte an den Bundesrat, den Vermittlungsausschuss anzurufen und diese Regelung zu korrigieren. hej

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