Wirtschaft : Betriebsrenten: Die Betriebsrente wird international

Rainer Hank

Finanzminister Hans Eichel ist Lob gewöhnt. Deswegen kann man ihn ausnahmsweise auch einmal damit verschonen. Wenn Eichels Ministerium jetzt zusammen mit dem Arbeitsministerium über die Einführung von Pensionsfonds nach angelsächsischem Vorbild nachdenkt, dann entspringt solches Denken weniger eigener Einsicht als äußerem Druck. Denn die EU-Kommission wird bald eine Pensionsfondsrichtlinie erlassen. Bei Pensionsfonds zahlt der Arbeitgeber für seine Beschäftigten feste Beiträge ein. Er kann die Anlageformen frei wählen ohne Garantie für ein späteres Leistungsniveau zu übernehmen. Das ermöglicht riskantere, also auch gewinnträchtigere Anlagestrategien zum Beispiel mit Aktienfonds. Das ist im Grundsatz zu begrüßen, auch wenn im Detail noch viel Streit bevor steht. Aber die bisherigen Vorstellungen zur betrieblichen Altersvorsorge im Rahmen der Riesterschen Rentenreform waren viel zu eng gefasst: Auf Pensionskassen, die in den Möglichkeiten ihrer Kapitalanlage eingeschränkt sind - zum Schaden der Arbeitnehmer, die Renditeeinbußen in Kauf nehmen müssen. Die Ankündigung überrascht nicht, dass der Volkswagenkonzern als erstes deutsches Großunternehmen auf Vorschlag des Betriebsrates die Altersversorgung seiner Mitarbeiter auf Pensionsfonds auf Basis von Aktien umstellen will. Ein Anfang ist gemacht. Andere Unternehmen müssen folgen.

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