Wirtschaft : Betriebsverfassung: Umfrage zur Mitbestimmung

fmk

Die Unternehmen profitieren nach Ansicht der Betriebsräte vielfältig von deren Arbeit. Dies ist das Fazit, das die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung aus einer Befragung von 3000 Betriebsräten zieht. "Die repräsentative Studie belegt die Belastbarkeit und Akzeptanz der betrieblichen Mitbestimmung", sagte Claus Schäfer vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Stiftung, als er am Montag in Berlin die Studie vorstellte.

Die Betriebsräte seien beispielsweise Motor der betrieblichen Weiterbildung, die auch für die Unternehmen wichtig sei. Wo Betriebsräte beteiligt waren, weiteten 69 Prozent der Unternehmen die Weiterbildung aus. In Betrieben ohne Rat waren es nur 38 Prozent. Die Arbeitgeber wiederum wüssten die Mitarbeit der Betriebsräte zu schätzen: Der Studie zufolge stellt knapp ein Viertel der Unternehmen mehr Mitarbeiter frei, als gesetzlich vorgeschrieben. 87 Prozent der Unternehmen bezahlten freiwillig Sachverständige von außen, die der Betriebsrat ins Haus geholt hat.

"Die Befragungsergebnisse widerlegen die verbreitete Einschätzung, die Betriebsräte seien Bremsklotz der Entwicklung des Betriebes", sagte Schäfer. Ein Beispiel sei die Gestaltung der Arbeitszeit. Arbeitszeitkonten gebe es bereits in drei Vierteln der befragten Betriebe. Die Konten ermöglichen es, Überstunden später durch Freizeit auszugleichen, anstatt Geld dafür zu erhalten. Dies könnte nach WSI zu mehr Beschäftigung führen, da jemand ersatzweise arbeiten muss, während die Vollzeitkraft Überstunden abfeiert. Die Betriebsräte beklagen jedoch, dass die angesammelten Stunden statt dessen oft am Jahresende verfallen - zum Schaden der Arbeitnehmer. Das WSI betonte insgesamt, dass Tarifverträge wichtig seien für die Arbeit der Betriebsräte. Nur zehn Prozent begrüßten die Verbetrieblichung der Tarifpolitik. Die Flächentarifverträge stärkten den Betriebsräten den Rücken: Für sie allein sei es schwieriger, sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen.

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