• Betrügerbanden locken mit Millionenbeträgen - Geschäftsleute sollen ihre Bankkonten zur Verfügung stellen

Wirtschaft : Betrügerbanden locken mit Millionenbeträgen - Geschäftsleute sollen ihre Bankkonten zur Verfügung stellen

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Die Hälfte von nichts ergibt einen Verlust in Höhe von 50 000 Dollar und mehr. Diese bei erster Betrachtung irreführende Gleichung wurde für viele Anleger und Geschäftsleute in Europa in den vergangenen Jahren bittere Realität. Seit Jahren bereits stricken syndikatsmäßig organisierte Betrügerbanden ihr Netz von verschiedenen afrikanischen Ländern und Staaten des Nahen Ostens nach Europa. Dabei werden sowohl Geschäftsleute als auch Privatpersonen mit Gewinnversprechen in oft zweistelliger Millionenhöhe gelockt. Doch aus dem Traum wird nichts.

Briefe, Faxe oder E-Mails werden von Ghana, Nigeria oder von Südafrika aus an im Geschäftsleben stehende Empfänger in den europäischen Ländern gesandt. Verbrechersyndikate geben sich zum Beispiel als Repräsentanten der Regierungsbehörden oder dort ansässiger großer Firmen aus. Den Empfängern wird vorgeschlagen, ihr Bankkonto als Parkstation für Millionenbeträge zur Verfügung zu stellen. Oft wird erklärt dass von einem ausländischen Baukonsortium bereits vor Jahren ein Krankenhaus errichtet wurde, für das im Haushalt der Regierung Baukosten von 100 Millionen Dollar angesetzt wurden. Tatsächlich habe das Konsortium jedoch nur 60 Prozent erhalten; die restlichen 40 Prozent seien auf Konten von Beamten oder von Offizieren der ehemaligen Militärregierung verschoben worden. Nun müsse das Geld über das Ausland wieder herbeigeschafft werden. Die Verbrecher locken Briefempfänger mit "reicher Belohnung" von bis zu 50 Prozent des angeblich zur Disposition stehenden Geldes.

Wer sich auf das Spiel einlässt, wartet vergeblich auf den Eingang der Millionen. Die Betrüger melden sich irgendwann mit Eil-Mitteilungen und erklären die Überweisung erst dann für möglich, wenn der europäische Anleger und Geschäftsmann finanzielle Vorleistungen erbracht habe. Die "Partner" in Afrika seien nicht in der Lage, vor Ort Kosten und Gebühren für Banküberweisungen, Rechtsberatung, Schmiergelder, und Bußen zu übernehmen, die im Zusammenhang mit der Abwicklung des Geschäft angefallen seien. Oft reichen diese Summen über 50 000 Dollar hinaus. Doch wer diese Summe überweist, wird nie mehr etwas von den Betrügern hören.

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