Wirtschaft : Betrugsaffäre bei Daimler weitet sich aus Mitarbeiter sollen Autos unter Preis verkauft haben

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Berlin Die Betrugsaffäre bei der Daimler-Chrysler Vertriebsorganisation (DCVD) weitet sich aus. Wie der Tagesspiegel aus Unternehmenskreisen erfuhr, geht der Vorstand jetzt davon aus, dass mehr als die bisher schon suspendierten Mitarbeiter in die Affäre verwickelt sind.

Ende Februar war bekannt geworden, dass das Unternehmen den Geschäftsführer der DCVD und den Leiter der Hamburger Niederlassung suspendiert hat. Den beiden Managern wird vorgeworfen, Autos deutlich unter dem vorgesehenen Preis verkauft und dafür Provisionen berechnet zu haben. Bereits Anfang Dezember musste der damalige DCVD-Chef Eckhard Panka vorzeitig in den Ruhestand gehen. Die DCVD hat ihren Sitz in Berlin und steuert die 35 Verkaufsniederlassungen in Deutschland. Die Organisation hat turbulente Zeiten hinter sich – in den vergangenen Jahren wurde das Vertriebsnetz von Daimler-Chrysler neu organisiert. Dabei hätten sich die Manager nicht nur Freunde gemacht, heißt es. Die Hinweise auf Unregelmäßigkeiten sollen anonym sein.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nun gegen mehrere Personen wegen des Verdachts auf Untreue. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass darunter auch Jürgen Fahr und Walter Missing seien. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben in der Sache eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen.

Unterdessen meldete sich der Anwalt des suspendierten Jürgen Fahr zu Wort, der neben Mercedes-Benz auch für den Vertrieb des Luxusmodells Maybach verantwortlich war. Ihm zufolge sei Fahr weder mündlich noch schriftlich gekündigt worden. Dem Vernehmen nach wird diese Formalität aber in den nächsten Tagen folgen. Fahr und Missing hatten Ende Februar unter Aufsicht ihre Schreibtische räumen und ihre Dienstwagen abgeben müssen.

Ein Nachfolger des geschassten Jürgen Fahr hat sich bereits gefunden: Der 52-jährige Uwe Röhrig, kürzlich noch für den Vertrieb der Mercedes-Benz-Transporter zuständig, übernimmt mit sofortiger Wirkung die Position Fahrs, wie Daimler-Chrysler zu Beginn der vergangenen Woche mitteilte. alf/mbe

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